Die öffentliche Schule muss die Schüler auf die Gymiaufnahmeprüfung vorbereiten.

Der Staat muss sicherstellen, dass die öffentliche Schule die Schüler so vorbereitet, dass die besten unter ihnen ohne weitere Kurse die Gymiaufnahmeprüfung bestehen können.

Tatsächlich ist es aber so, dass sich manche Lehrer damit brüsten, ihre Kinder erfolgreich von der 6. Klasse «an die Oberstufe» gebracht zu haben. Wobei das eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Von einem ehrgeizigen Ziel, die besten Schüler ans Gymi und möglichst viele der anderen an die Sek A zu bringen, ist da keine Spur.

Es klafft eine Lücke zwischen dem normalen Beherrschen des 6.-Klass-Schulstoffs und den Anforderungen der Gymiprüfungen. Da die öffentlichen Schulen diese Lücke nur ungenügend überbrücken, schicken viele Eltern ihre Kinder in private Vorbereitungskurse, die ca. 3.000-4.000Fr. kosten.

Sozial schwache Eltern, oder Eltern, die weniger Wert auf Bildung legen, tun dies nicht, wollen es nicht oder können es nicht. Ihre Kinder sind dadurch benachteiligt, auch wenn sie die notwendige Intelligenz hätten. Hier verpufft ein Potential, das uns allen nützen würde!

Schlimmer noch: Intelligente aber unterforderte Schüler zeigen schlechte Schulleistungen, landent oft in der Sek C, kriegen keine Lehrstelle und landen bei der Sozialhilfe. Das gilt es unbedingt zu vermeiden!

Es braucht eine einheitliche kantonale, wenn nicht schweizweite Regelung, welche die Qualität der Schulen sicherstellt und garantiert, dass alle Schüler gut auf die Gymiprüfungen vorbereitet werden.

Von einzelnen Schulhäusern in Winterthur weiss ich von Eltern der Schulkinder, dass kaum oder gar keine Gymiprüfungsvorbereitungen gemacht werden. Auf die Frage, wie die Kinder in den einzelnen Schulhäusern auf die Gymiprüfung vorbereitet würden, erhielt ich vom Stadtrat folgende Antwort, die zeigt, wie unübersichtlich und kompliziert die Situation ist:

«[nach langen Ausführungen über die von Kreis zu Kreis unterschiedlichen Modalitäten] Fazit: Es ist grundsätzlich denkbar, dass in einzelnen Klassen kein Angebot für die Gymi-Vorbereitung gemacht wird. In der Regel werden die Schülerinnen und Schüler aber bei der Gymi-Vorbereitung unterstützt.

Die unterschiedliche Handhabung kommt daher, dass die Verwendung der Vollzeiteinheiten (VZE) in der Kompetenz der Kreisschulpflegen resp. Schulleitungen ist. [...]»

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