Warum sollte der Mittelstand, bei Annahme der Steuergerechtigkeits-Initiative bluten?

Warum der Mittelstand von der Steuergerechtigkeits-Initiative negativ betroffen sein soll, leuchtet mir absolut nicht ein. Dies ist nicht im Sinn der Steuergerechtigkeits-Initiative! Auch nicht, dass bei Annahme der Initiative neue Abzüge geschaffen werden, um das steuerbare Einkommen und Vermögen künstlich zu senken.

Von den betroffenen Einkommen und Vermögen wird es bei Annahme der Initiative in einigen Kantonen mehr Steuereinnahmen geben, was auch dem Lastenausgleich zu gut kommt. In anderen Kantonen bleibt alles beim Alten, weil sie längst über den Mindestansätzen Steuern bezahlen oder nur einige Gemeinden betroffen sind (siehe Seite 23, Abstimmungserläuterungen) Steuerbare Einkommen von Fr. 250’000 rechne ich nicht zum Mittelstand!

Ist es gerecht, wenn im Kanton Zug ein Alleinstehender Steuerpflichtiger mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 250'000 halb so viel Steuern bezahlt, wie ein Steuerpflichtiger im Kanton Bern?

Einfache Steuer Kt. BE bei Fr. 250'000: Fr. 13'835.25 x 3,06 Staatssteuer und z. Bsp. x 1,6 Gemeindesteuer ergibt Fr. 64'472.25 = 25,78 % von Fr. 250'000. Der Kanton Bern könnte also die Steuern sogar senken (22 % = Fr. 55’000).

Ist dieser gravierende Unterschied fair? Wäre es nicht an der Zeit, diese Ungleichheit bei den Gutverdienenden und Vermögenden direkt zu korrigieren und nicht nur über den Lastenausgleich? Nicht solidarisch eingestellte und heimatverbundene Bessergestellte werden unser schönes Land sowieso verlassen, wenn es anderswo Vergleichbares mit ebensolcher Sicherheit und Wohlstand gibt. Ist die Schweiz mit ihrer Steuerpolitik fair gegenüber den meisten anderen Ländern? Beschwören wir nicht eine weitere Krise heran, wenn alles beim Alten bleibt oder noch Extremer wird?

Im Kanton Bern ist ab einem steuerbaren Einkommen von Fr. 443’500 keine Progression mehr vorhanden, Linie verläuft flach (Einkommen ab Fr. 443’500 bezahlen max. Fr. 5.76 einfache Steuer pro Fr. 100 steuerbarem Einkommen).

Bei der Vermögenssteuer bezahlen wir im Kanton Bern bei Fr. 2’000’000 auch bereits etwa 5,5 %° und die Progression hört bei Fr. 5’883’000 (max. einfache Steuer Fr. 1.30 pro Fr. 1000) steuerbarem Vermögen auf.

Da die Progression bei den hohen Einkommen und Vermögen ab den erwähnten Beträgen nicht weiter steigt, sehe ich auch nicht ein, warum die Einkommen unter 250'000 und Vermögen unter 2'000'000 progressiv angepasst werden müssten. Die Progressionslinie muss nur vor den Grenzsteuersätzen eine zeitlang flach laufen bei Gemeinden und Kantonen, welche von der Initiative direkt betroffen sind.

Hausfrau, parteilos und gehöre noch zum Mittelstand...

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