Im Visier sind die Reichen, getroffen wird aber der Mittelstand

Im Abstimmungskampf zur SP-Steuerinitiative fällt Gutverdienenden und Vermögenden viel Neid und Missgunst zu. Man betrachtet sie pauschal als Abzocker – in Wirklichkeit sind sie aber sehr gute Steuerzahler, von denen wir alle profitieren. Das Viertel der Bevölkerung mit den höchsten Einkommen kommt für 87 Prozent der Einnahmen durch die direkte Bundessteuer auf. Diese Zahlen sind ein klares Indiz dafür, dass jede Abwanderung einer reichen Person ein grosses Loch in die Staatskasse reissen würde. Dafür müssten wir alle mit höheren Steuern geradestehen. Anstatt mit einem Ja am 28. November gute Steuerzahler zu vertreiben, sollten wir dafür sorgen, dass unser Land weiterhin für alle attraktiv bleibt. Während meinem Auslandsjahr in England begegnete ich vielen Leuten aus der Wirtschaft, die aufgrund der zunehmenden Steuerbelastung ernsthaft in Erwägung zogen, in die Schweiz zu ziehen. Die Schweiz wird mit ihrem heutigen Steuersystem im Ausland als vernünftig wahrgenommen. Diesen Standortvorteil dürfen wir nicht leichtfertig aufgeben. Gutverdienende Steuerzahler tragen einen überaus grossen Teil dazu bei, dass wir uns beispielsweise einen gut ausgebauten Sozialstaat überhaupt leisten können. Die Annahme der SP-Steuerinitiative wäre daher für uns alle fatal, schneiden wir uns doch damit letztlich ins eigene Fleisch.

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