Am Ende der Argumente kommt der Schlag unter die Gürtellinie

Die Arena-Sendung der letzten Woche setzte dem i das Pünktchen auf. Auf höchstem politischen Niveau (Nationalrat - Bundesrat) wurde über die Ausschaffungsinitiative auf tiefstem rhethorischen Niveau diskutiert. Der von mir bisher hoch angesehene SVP-NR Amstutz liess sich in die Tiefen der Verbalattacken nieder - offenbar am Ende der sachlichen politischen Argumentation angekommen. Seine verbalen Ausrutscher, denen seitens der Arena-Moderation und der Leitung des Schweizer Fernsehens keinerlei Kritik entgegen stand und "nackt" über die Schweizer Bildschirme flimmerten, zeigen des Pudels Kern der SVP und sollten jedem politisch interessierten Individuum, jedem Grundstein unserer weltweit geschätzten und angesehenen Demokratie, die Augen öffnen.

Wenn am Ende der Argumentation nur noch der Schlag unter die Gürtellinie als Ausweichmanöver zur Verfügung steht, reflektiert das direkt auf den Hintergedanken der Initiative. Ob man nun mit Zweihändern, Motorsägen oder Kavallerie kämpft, spielt an sich keine Rolle. Aber man soll mit gleichen Waffen kämpfen können - und in der Politik heissen diese Waffen "Argumentation", "Weitsicht", "Dialog", und vor allem "Respekt".

Was sich verschiedene Vertreter der Partei, die diese Initiative lanciert hat, in den letzten Tagen an Respektlosigkeit erlaubten ist nicht mehr akzeptabel, widerspricht unserem innersten Demokratie-Bewusstsein, und zeugt von Machtlosigkeit gegenüber der fundierten Argumentation.

Bleibt zu hoffen, dass sich, gut zwei Wochen vor dem Abstimmungstermin, selbst auch gemässigte SVP-Anhänger doch noch der wahren Tragweite der Initiative bewusst werden, dass sich die SP-Wähler doch noch hinter den Gegenvorschlag stellen können, und dass die Schweiz am 29.11. als weltweit geachtete (nicht geächtete) Demokratie weiterhin Bestand haben kann.

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