Rezept des Populismus: Halte Verlierer in gegenseitiger Konkurrenz.

Greift Finanzmacht zwecks Machterhalt (wie derzeit exemplarisch in den USA) zum Mittel der Demagogie, werden auch die Mittäter, die Mehrheit, Opfer ihrer eigenen, hasserfüllten Politik. Das ebenso einfache wie perverse Rezept des Populismus lautet: „Halte Verlierer der Gesellschaft in gegenseitiger Konkurrenz, dann bringst Du sie nicht gegen Dich auf.
Im Gegenteil, Du gewinnst gewisse Verlierer sogar noch für Deine Zwecke.“

Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich unaufhörlich.
In der Schweiz besitzen mittlerweile 3% der Bevölkerung genauso viel wie die restlichen 97%. Die Mehrheit gehört längst zu den „Verlierern“.

In den USA läuft zur Zeit ein ganzes Volk Sturm gegen ihre eigene Krankenversicherung, aufgehetzt von denen, die unverhältnismässig viel haben und sich einen Dreck darum scheren, dass Eigentum verpflichtet. Befürchten Vermögende, für einen gesunden sozialen Ausgleich wieder angemessen Steuern bezahlen zu müssen, ist einigen dieser oberen Zehntausend in ihrem Kampf gegen Steuererhöhungen nichts mehr heilig: Sie drohen unverhohlen mit (Steuer-)Flucht, oder hetzen gegen die Schwächsten der Schwachen, um vom eigentlichen Problem unserer Gesellschaft abzulenken. Verwundert es, dass sich diejenigen, die es zuerst trifft, auch zuerst auflehnen?

Das ist sicher nicht die alleinige Erklärung für Ausländerkriminalität, aber eine. Denn Jugendliche laufen vor allem dann Gefahr, gewalttätig zu werden, wenn sie selbst Opfer von Gewalt oder Diskriminierung geworden sind. Dies belegt u.a. eine am 28. Oktober in Wien vorgelegte Studie. Weil sie Ausländer diskriminieren, fördern die Initianten gerade, was sie mit ihrer Ausschaffungsinitiative zu bekämpfen vorgeben: Ausländerkriminalität. Reagieren jugendliche Ausländer gegen zunehmende Diskriminierung seitens der Populisten zunehmend gewalttätig, werden diese obendrein erst noch sagen können: "Seht, wir hatten recht"! Ein Teufelskreis.

«Es wird eine Zeit kommen, wo in unserem Lande, wie anderwärts, sich grosse Massen Geldes zusammenhängen, ohne auf tüchtige Weise erarbeitet und erspart worden zu sein; dann wird es gelten, dem Teufel die Zähne zu weisen; dann wird es sich zeigen, ob der Faden und die Farbe gut sind an unserem Fahnentuch!» (Gottfried Keller).

Heute müsste sich der Patriot Gottfried Keller wohl den plumpen Vorwurf gefallen lassen, zur volksfernen Elite der sogenannten „Intellektuellen“ zu gehören, die unsere Demokratie aushebeln will.

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