Der "Schutz der Privatsphäre" dient als Vorwand, ein asoziales und national-egoistisches Instrument - das "Bankgeheimnis" - zu erhalten.

Als Einleitung eine Quote von www.vimentis.ch:
"In der Schweiz geht der Staat davon aus, dass jeder Steuerzahler von Grund auf ehrlich ist und sein Vermögen freiwillig deklariert (Grundsatz der Selbstdeklaration). Eine unvollständige Steuererklärung (Steuerhinterziehung) gilt zwar als Ordnungswidrigkeit, nicht aber als Straftat und wird deshalb nicht strafrechtlich verfolgt."

Anzunehmen, der Mensch sei von Grund auf ehrlich, ist leichtsinnig und widerspricht ausserdem Erkenntnissen der Wissenschaft. Die Unterscheidung von Steuerhinterziehung und Steuerbetrug lädt geradezu dazu ein, Steuern zu hinterziehen.
Dass Steuerhinterziehung eine - zwar bedauernswerte - Tatsache und kein Mythos ist, belegt diese Behauptung.

Somit bleibt zur Verteidigung des Bankgeheimnisses der "Schutz der Privatsphäre", der das Bankgeheimnis also legitimieren soll. Doch auch dies ist nur ein billiger Vorwand;
Es würde vollkommen ausreichen, wenn die Daten vertraulich behandelt würden, so wie dies auch von Ärzten und Anwälten gehandhabt wird. Es ist nicht einsehbar, wieso dafür ein Bankgeheimnis von Nöten sein solle, denn der Fiskus ist durch das Berufsgeheimnis - genauso wie eben Ärzte und Anwälte - ohnehin verpflichtet, Daten vertraulich zu behandeln.

Auf Kosten der ehrlichen Steuerzahler im In- sowie im Ausland bietet das Bankgeheimnis die Möglichkeit, Vermögen unversteuert auf einem Schweizer Konto zu deponieren.
Dass der Finanzplatz Schweiz davon in erheblichem Masse profitiert, ist der wahre Grund für das Weiterbestehen des Bankgeheimnisses.
Diese zusätzlichen Einnahmen, die die Schweiz dadurch erhält, fehlen jedoch in anderen Ländern, in welchen jeder Franken gebraucht würde, um den Bürgern eine würdige Existenz sichern zu können. Als Beispiel sei Indien genannt, in dem sowohl reiche Geschäftsleute, wie auch Menschen in grosser Armut leben.

Dieser Umstand sowie die Möglichkeit der Steuerhinterziehung für eine Privatperson an Sich, sind aus humanistischer, ethischer Sicht nicht tolerierbar. Ich wehre mich also vehement gegen das Anliegen, die Praxis, die diese Missstände erst ermöglich, in der Verfassung zu "zementieren".

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