Atomkraftwerke sind ein Auslaufmodell. Sie haben zwei Probleme: 1. Abfall, 2. Risiko.

Es gibt zwei Probleme, welche gelöst werden müssten, wenn man Atomkraftwerke betreiben will:

  1. Wohin mit dem Abfall?

Aufgrund der langen Halbwertszeiten vieler radioaktiver Substanzen muss eine langfristige Lagerung sichergestellt werden. Die Halbwertzeit von Plutonium 239 beträgt 24000 Jahre, bedarf also einer Lagerungszeit von 240000 Jahren. Wer kann schon sagen, was in 10, 20, 100, 1000, 10000 Jahren ist? Es ist nicht richtig, dass wir unsere Energieprobleme auf Kosten unserer Kinder und Kindeskinder lösen. Die Deponie in Kölliken hat sehr schön gezeigt, wohin das führen kann: Schon nach wenigen Jahren musste der vermeintlich sicher gelagerte Sondermüll unter exorbitanten Kosten wieder ausgegraben und neu entsorgt werden. Diese Kosten tragen nicht mehr die ursprünglichen Verursacher, sondern die Nachfolgegeneration. Man stelle sich vor, was es kosten würde, wenn man ein vermeintlich sicheres Atommüllendlager wegen neuer Erkenntnisse wieder räumen müsste.

  1. Das Risiko einer Havarie

Tschernobyl hat uns gezeigt, was passieren kann. Selbstverständlich sind alle der Meinung, dass uns das nicht passieren kann, auch wenn die Schweiz in Lucens 1969 in einem der schwersten Reaktorunfälle weltweit nur knapp an einer Katastrofe vorbei schrammte. Ein Restrisiko bleibt immer. Hier ist zu beachten, dass zwar die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, dies wird aber durch die immensen Kosten eines Unfalls mehr als aufgewogen. Müssten die Kernkraftwerksbetreiber eine umfassende Versicherung abschliessen, die alle Schäden eines Unfalls tragen würde, wäre Kernenergie nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben. Und genau das ist meine Hauptkritik: Die Kernenergie ist nur darum so billig, weil die Kosten einer Havarie weitgehend externalisiert werden, weil der Staat hier das Risiko übernimmt und die Betreiber nur einen Bruchteil der Versicherungsprämien selbst tragen müssen. Würde man Kostenwahrheit einführen, wären Kernkraftwerke nicht mehr rentabel. So aber werden sie von der Gesellschaft massiv quersubventioniert.

Darum ist Atomstrom keine Alternative für die Zukunft.

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