Die 1:12 Initiative wird zwar auch bei Annahme das Problem nicht lösen, aber sie ist ein wichtiger Beitrag zur Diskussion.

Ich habe die Initiative unterschrieben, aber ich werde sie an der Urne ablehnen aus folgedem Grund: Ich habe die Initiative unterschrieben, denn ich finde es wichtig, dass die Initiative zustande kommt. Die Frage nach der «gerechten» Lohnspanne sollte in der Gesellschaft diskutiert werden. Ich werde dagegen stimmen, weil die Lösung der Initiative zu simpel ist und zu einfach umgangen werden kann, wie ich in meinem früheren Beitrag ausführlich erläutert habe. Sie würde schlicht nicht viel bewirken, wäre höchstens hinderlich, weil sie umgangen würde, ohne die Lohnspanne wikrlich zu reduzieren.

Die Initiative ist aber ein wichtiger Beitrag in der Diskussion über die Lohnspannen, Boni und Lohnschere. Für die Schweiz ist ein stabiler, gefestigter, breiter Mittrelstand sehr wichtig. Diesen Mittelstand müssen wir bewahren und dabei darauf achten, dass die Schere zwischen arm und reich nicht übermässig auseinander geht. Doch was ist dieses Mass? Wie kann man das Ziel besser erreichen, wenn die Initiative nicht funktioniert? Die ganze Diskussion um die Initiative ist eine gute Gelegenheit, das Thema zu bearbeiten.

In der Schweiz ist es oft so, dass eine Initiative auch dann viel bewirkt, wenn sie letztlich abgelehnt wird, weil jede Initiative einen Prozess auslöst. Da kommt es zu Diskussionen, zu parmantarischen Vorstössen, zu direkten und indirekten Gegenvorschlägen. In der Regel sind diese Lösungen dann besser, ausgewogener und durchdachter als die ursprüngliche Initiative. Und genau darauf hoffe ich. Darum bin ich für das Zustandekommen der Initiative, aber gegen deren Annahme.

2 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.