Forderungen stellen und was von bösen Ausländern zu reden ist immer einfacher, als sich auch wirklich mit dem Thema auseinander zusetzen.

Es ist doch schon immer dasselbe, die Ausländerdiskussion. Vor meiner Geburt waren es die Italiener, heute sind es halt die bösen Balkanleute, Türken und weiss ich was. Und die, die jedes Mal am lautesten schreien sind die, die alle ausgeschafft haben wollen und sonst einfach nur ein mehr oder weniger verklausuliertes "Scheiss Ausländer" raus bringen.

Nun, auf diese Weise werden wir das Problem ja nie lösen, als muss man schauen wie man die Leute am besten integriert. Und wenn die Rechten dann nur schon das Wort Integration hören, wollen die natürlich nicht, das die Ausländer "wirklich" integriert werden. Integration sei Sache der Ausländer (Punkt.) Aber das dies halt nicht so einfach funktioniert, daran denkt kein Mensch. Die Italiener wurden ja auch nicht durch die Schwarzenbach-Initiative integriert. Und ein paar ausgewiesene Ausländer mehr lösen kein gesellschaftliches Problem, dies wurde bereits oft versucht, in Amerika sogar mit dem Ergebnis das die USA mitverantwortlich ist für einen grossen Teil der Bandenkriminalität ausserhalb ihres Landes.

Ich will mit meinem Beitrag eigentlich dazu auffordern halt nicht nur die Statistiken von unseren Gefängnissen anzuschauen und darüber zu wüten, sondern auch konkret zu überlegen wie man den Ausländern die Integration am besten erleichtert. Und nämlich nicht nur mit einem endlosen Forderungskatalog (man ist ja selber nicht betroffen und kennt auch keine die betroffen sind..), sondern auch über Massnahmen wie man den Integrationswilligen HELFEN will und nämlich in unser aller Interesse. Ein paar Hürden bei der Einbürgerung mehr löst nämlich das zu Grunde liegende Problem schlichtwegs nicht!

Es gibt verschiedene Integrationskonzepte, die nicht nur aus einzelnen Forderungen auf dem Papier bestehen, sondern auch schon in der Umsetzung begriffen sind, zum Beispiel in Basel (Basler Integrationsmodell). Diese sind vielleicht noch lange nicht perfekt sind, aber trotzdem ein Ansatz. Und wenn Stichworte wie "Ausländerkriminalität" so beliebt sind in der Politik, sollte man auch verlangen, dass man auch solche Sachen kennt!

Und dann möchte ich noch darauf hinweisen, das wir in der Schweiz immer noch ein Luxusproblem haben, im Vergleich zu anderen Nachbarländern (z.B. Frankreich mit seinen Banlieues) und wir das u.a. auch an der Tatsache verdanken, dass in der Schweiz die Durchmischung der gesellschaftlichen Schichten relativ gut funktioniert. Das ist übrigens auch ein Grund, unbedingt gegen Entwicklungen wie die "Seefeldisierung" in der Stadt Zürich zu sein - und das schon in den Anfängen.

HINWEIS: Ich habe den Text übrigens auch schon in der Diskussion zu "Anforderungen der Schweizermacher" reingestellt - denke aber betrifft diese Diskussion genauso.

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