Geothermie: Trotz Rückschlag weitermachen

Gestern hat das ewz mitgeteilt, mit der ersten Erkundungsbohrung beim Triemli sei man im Kristallin angelangt. Dieses liegt höher als erwartet. Wäre man bei der Bohrung auch gleich auf das ersehnte warme Wasser gestossen und hätte Aussichten gehabt, Triemli und Baugenossenschaft damit zu beheizen – es hätte sich wie Weihnachten, Ostern, 1. August und Geburtstag aufs Mal angefühlt.

Da wir natürlich ganz so naiv nicht waren, haben wir im Gemeinderat den Kredit für eine zweite Bohrung in die Volksabstimmung verabschiedet. Unser Ziel war die Erkundung des Untergrunds. Jetzt weiss man punkto Triemli mehr. Wie der Untergrund in Leimbach oder Oerlikon aussieht, steht jedoch auf einem anderen Blatt. Bloss, weil man weiss, wie hoch das Matterhorn ist, weiss man noch nicht, wie hoch der Üetliberg ist.

Ich gehe davon aus, dass der Stadtrat nun die Tests abwartet, schaut, was man vom Thermoloch direkt nutzen kann und dann über eine zweite Bohrung entscheidet. Eine solche schätze ich aber als eher unwahrscheinlich ein. Ausserdem verlange ich mit einer Motion, dass die Abklärung weiterer Standorte vorbereitet wird. Dafür braucht es, nach Basel und Triemli, umfangreiche Analysen. Mit einem Kredit wollen wir den Stadtrat, der die Motion nicht entgegennehmen will, zu seinem Glück zwingen.

Sie finden, 20 Millionen für die erste Bohrung seien viel? Bedenken Sie dies: Eine Bohrung nach Erdöl in der Nordsee kostet rund 400 Millionen. Und für einen Erfolg werden gegen 10 Bohrungen benötigt.

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