Die Initiative ist die falsche Lösung für ein unbestreitbar vorhandenes gesellschaftliches Problem. Darum: 2xNein (Vorzug: Gegenvorschlag)

Ich anerkenne das Problem, dass die Kriminalitätsrate bei Personen mit Migrationshintergrund höher ist, als bei den alteingesessenen Schweizern, aber ich lehne die Lösung der Initiative ab. Gesellschaftspolitische Probleme lassen sich nicht mit simplifizierenden populistischen Pseudolösungen beseitigen. Im Gegenteil, solche Ansätze wie diese Initiative führen nur zu weiteren Verschärfungen der Rechtslage, und schaden damit langfristig der Freiheit und den Rechten aller, auch der Schweizer Bürger.

Wenn schon muss man nach den Ursachen der höheren Kriminalitätsrate fragen und diese Ursache beseitigen. Hierbei möchte ich zu bedenken geben, dass es zwischen den Migranten mit unterschiedlicher Herkunft massive Unterschiede gibt: Während sich die einen sehr gut integrieren, machen andere deutlich mehr Schwierigkeiten. Solche Unterschiede kann es selbst unter Migranten aus dem gleichen Land geben. Nicht zu vergessen ist auch der «Kriminaltourismus», der nichts mit Migration zu tun hat, weil hier kriminelle Banden gar keinen längeren Aufenthalt planen. Das Problem ist vielschichtig, und es geht nicht einfach nur um Schweizer gegen Ausländer, es geht darum, dass Menschen, die migrieren oft einen ganzen Rucksack an Problemen mit sich bringen. Manche dieser Probleme stehen einer Integration oder wenigstens einer gesetzestreuen Lebensweise im Weg, andere nicht. Das heisst, man muss differenzieren, und man muss an Strategien arbeiten, diese Probleme von Grund auf anzugehen. Man muss die Rucksäcke analysieren, um bei diesem Bild zu bleiben, man muss durch eine intelligente Integrationspolitik helfen, die Rucksäcke zu erleichtern. Man kann sich aber auch überlegen, Personen mit Rucksäcken, die auch in der Schweiz nicht erleichtert werden können, die Einreise zu verweigern. In jedem Fall aber muss man sich intensiv und mit wissenschaftlicher Akribie mit den Problemen unserer Migranten auseinandersetzen, um daraus sinnvolle Massnahmen ableiten zu können. Wenn wir die Sorgen und Nöte unserer Migranten nicht kennen, können wir ihnen nicht helfen und damit auch unsere Probleme, die sie uns bereiten, nicht lösen.

Ich habe den Eindruck, dass gerade die Kreise, welche die Ausschaffungsinitiative befürworten, sich nicht wirklich mit den Menschen und ihren Problemen auseinandersetzen wollen. Aber es bleibt uns gar nichts anderes übrig: Wir müssen das tun, denn anders können wir nicht auf eine nachhaltige Problemlösung kommen. Und einen Migrationsstopp können wir auch nicht einfach verfügen, das heisst Migration wird es immer geben, Probleme wird es immer geben, und für gute Lösungen müssen wir uns mit den Migranten auseinandersetzen; ohne dabei in eine «Kuschelpolitik» zu verfallen. Wir müssen unsere «Neuschweizer» sowohl fördern, wie auch fordern, und wir sollen auch klar unsere Regeln durchsetzen. Aber wir müssen eben auch verstehen, wo die Probleme der «andern» liegen und sie dabei in geeigneter Form unterstützen, wobei eine solche Unterstützung durchaus auch einen gewissen Druck und Zwang beinhalten darf.

0 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Ausschaffung»

zurück zum Seitenanfang