Neue Einbürgerungsreglen braucht das LAND - nicht die Kantone oder Gemeinden

Unser Bürgerrecht basiert heute auf drei Säulen: 1) Bürgerrecht der Gemeinde, 2) des Kantons - und, damit man einen Pass erhält, sozusagen last but not least, 3) Schweizer Bürgerrecht.

Jeder Schweizer ist vor dem Gesetz gleich: Er/sie hat einen Schweizerpass, in dem der HEIMATort aufgeführt ist (währenddem die meisten Staaten in ihren Pässen den GEBURTSort eintragen - hier haben wir schon einen Diskriminierungsgrund weniger als andere Länder).

Wenn nun alle Schweizer einen Schweizerpass haben (und nicht einen Zürcher, Berner oder Tessiner Pass), warum nicht auch landesweit einheitliche Einbürgerungsregeln?

Es ist ungerecht und stossend (weil ja alle vor dem Gesetz gleich sein sollen...), wenn ein Einbürgerungsgesuch in St.Gallen grundlegend anderen Kriterien, Gebührentarifen und unterschweligen Emotionen unterworfen ist, als ein identisches Gesuch in der Waadt oder in Nidwalden.

Ich schlage schweizweit gleiche Einbürgerungskriterien vor:

  • Mindestalter für eigenständige Einbürgerung: 18 Jahre
  • Im gleichen Haushalt wohnende Minderjährige werden gleichzeitig mit den Eltern eingebürgert, sofern sie die übrigen Kriterien ebenfalls erfüllen
  • 10 Jahre Wohnsitz in der Schweiz
  • Jahre zwischen Geburt und 18. Lebensjahr zählen doppelt
  • 5 Jahre Wohnsitz in der Gemeinde, wo der Antrag gestellt wird
  • identische schweizweite Gebühren pro einzubürgernde Person
  • Umzugsverbot für die Dauer der Einbürgerungsprozedur ab Einreichen des Gesuchs bis Kommunikation des Entscheides
  • Bürgerrecht der Gemeinde, in der man den Antrag stellt
  • etc.

Die Regeln sind für Arm und Reich, Spitzensportler und Normalverbraucher, EU-Bürger und Drittstaaten-Ausländer identisch anzuwenden. So würden auch emotionale Entscheide von lokalen Amtsstellen oder Gemeindeversammlungen verhindert und jedes Dossier würde nach einheitlichen Kriterien "neutral" beurteilt.

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