Fussball ist die beliebteste und meist geschaute Sportart der Schweiz und sollte daher gefördert werden - Der FC St. Gallen hat jedoch völlig andere Probleme...

Ich selbst bin selbst auch Fussballfan und besuche regelmässig Fussballspiele, daheim sowie auswärts (FC Winterthur).

Fussballspiele sind nicht nur reine Sportveranstaltungen an die man geht und einfach nur mal zuschaut, sondern auch ein kultureller Treffpunkt. Mehr oder weniger jede Woche während der Saison bestreitet eine Mannschaft ein Spiel und in den höheren Ligen ist das gleichzeitig auch ein Treffpunkt von einer Vielzahl von Menschen. In den Stadien existiert eine Fankultur, und nämlich nicht nur von "Hooligans" und "Randalierer", wie man beim Betracht der Presse annehmen könnte - sondern von Vielzahl verschiedener Menschen die das Interesse am Fussball verbindet. Man trifft sich dort mit Freunden, lernt neue kennen, unterstützt sein Team in verschiedenen Formen, diskutiert über verschiedenen Dinge und trifft sich auch nach dem Spiel in der Stadionbeiz. Für die Identifikation mit einer Stadt/Region sind solche Vereine extrem wichtig.

Desweiteren auch vom sportlichen Aspekt her. Fussball ist mit Abstand der am meisten ausgeübte und beliebteste Breitensport in der Schweiz. Und aus diesem Breitensport erwächst auch der Spitzensport und dient diesem mitunter auch als Vorbild. Zwar sind bereits heute die Spitzenvereine von der Nachwuchsabteilung in Form einer Aktiengesellschaft abgetrennt, um im Falle eines Konkurs des Hauptteams zumindest die Breitensportabteilung zu retten. Jedoch würde einem solchen Verein ohne Fanionteam auf Zeit die Führung fehlen und auch einiges an Geschichte weggenommen. Unser Ziel ist es den Sport zu fördern und Kinder eifern ihren Vorbilder nach und brauchen diese.

Nun aber zum Auslöser dieser Diskussion: Dem Problemfall FC St. Gallen. Grundsätzlich sollte ja bevor man öffentliche Gelder vergibt das ganze einer Prüfung unterziehen. Wer aber die Situation beim FC St. Gallen ein bisschen verfolgt hat, merkt, das der Verein durch Vetternwirtschaft und Korruptionssumpf in diese Lage gekommen ist. Nun soll der Staat einspringen und genau den GLEICHEN Personen, die den Verein in diese Lage gebracht haben, wieder Geld einspritzen - ohne das sich jedoch etwas Grundsätzliches ändert. So etwas ist absolut inakzeptabel und da sollte das Geld für eine solche Rettungsaktion erst zur Verfügung gestellt werden wenn dieser Saustall beim Verein auch bereinigt ist. Konkret müsste die Stadt das Stadion übernehmen, die Strukturen rund um den Verein bereinigen und die ganze Führungsetage aus allen Gremien rund um den Verein erneuern (so sitzt der beim Verein selbst abgesetzte Präsident jetzt einfach in der Betriebs-AG des Stadions und ist einer der Hauptverantwortlichen für die aktuelle Lage). Ansonsten missbraucht man das Vertrauen der Bevölkerung und hilft auch dem Verein nicht wirklich weiter - und genau dies geschieht im Moment. Der aktuelle Sanierungsplan ist eine Ohrfeige für Leute, die auf eine richtige Rettung des Vereins hoffen.
Als Lektüre zum Filz in St. Gallen empfehle ich folgenden Artikel aus der WOZ: http://www.woz.ch/artikel/rss/19709.html

Aus diesen Gründen ist der Einsatz von Steuergeldern zur Kultur- und Sportförderung auch im Bereich des Fussballs unbedingt zu unterstützen, aber die unsaubere Rettungsaktion beim FC St. Gallen in dieser Form abzulehnen.

4 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Subventionen»

zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production