JA zur Städteinitiative. Sie ist kein "Verkehrsdiktat", sondern ein nützlicher Beitrag für eine Stadt mit mehr Lebensqualität für alle.

Neulich im vbl-Bus vom Verkehrshaus in die Stadt: Wieder mal bleibt der Bus stecken vor dem Luzernerhof, man wartet mehrere Grünphasen der Ampel ab. Auf den neuen Fernsehschirmen neben der Haltestellenanzeige läuft ein Werbestop. Seine Botschaft: "Damit Sie auch vorwärts kommen, wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind." Dann zweite Seite des grässlich-roten Spots: "NEIN zum Verkehrsdiktat" (so wird die Städteinitiative zusammengefasst).

Das Problem ist, dass ich mit dem Bus NICHT vorwärts komme. Wie soll ich dann mit dem Auto AUCH vorwärts kommen? Erst recht müsste ich schon ziemlich blind sein, um nicht zu erkennen, warum der Bus regelmässig im Stau stecken bleibt. Es sind wohl kaum die Velofahrer, die Fussgänger oder die Busfahrer, die das Problem erzeugen, an dem Luzern immer stärker leidet. Und die Lösung wird sicher nicht darin bestehen, noch mehr Strassen zu bauen. Viel eher geht es darum, den Langsamverkehr und den öV zu priorisieren, damit er überhaupt eine Alternative zum motorisierten Individualverkehr sein kann.

"Verkehrsdikat" - der Begriff weckt falsche Assoziationen. Keiner will einem Autofahrer das Autofahren verbieten. Es geht doch nur darum, dass man sich in den dicht bevölkerten Städten überlegt, wie man den Verkehr entlasten und insb. auch für die umweltbewussteren Verkehrsteilnehmer angenehmer machen kann. Gegen eine wirksame Förderung des Langsams- und öffentlichen Verkehrs kann doch heutzutage ernsthaft eigentlich gar niemand sein.
JA zur Städteinitiative.
(Nein zu dümmlicher Buswerbung. Ungeklärt bleibt die Frage, warum man Werbung für die Partikularinteressen von Autofahrern ausgerechnet im Terrain des Gegners macht, im öffentlichen Verkehr.)

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