Was der Reitschule fehlt, sind Menschen, die Verantwortung übernehmen.

Mit Interesse verfolge ich, welche prominenten Künstler und Musiker sich zurzeit hinter die Reitschule stellen. Ihr Engagement zeigt: Das von Polemikern gerne als „Schandfleck“ verteufelte Jugendkultur-zentrum ist ein Ort der Inspiration für Musikgrössen wie Kuno Lauener oder Nachwuchstalente wie Steff la Cheffe. In kultureller Hinsicht hat die Reitschule ohne Zweifel viel zu bieten.

All jene Prominenten, welche die kulturelle Schaffenskraft der Reitschule betonen, verschweigen aber deren Schattenseiten. Es gehört leider genauso zur Geschichte – und auch zur Gegenwart – der Reit-schule, dass eine Minderheit von ihr der gewalttätigen, linksextremen Szene angehört. So wird das Ju-gendkulturzentrum noch immer von Demochaoten als Planungs- und Rückzugsort missbraucht. Auch finden immer noch Attacken aus der Reitschule auf Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und sogar Sa-nität statt. Die grosse Mehrheit von friedlichen Kulturschaffenden rund um die Reitschule hat es bisher versäumt, sich gegen diese gewalttätigen Gruppierungen zur Wehr zu setzen.

Insofern bietet die vorliegende Reitschulinitiative eine Chance: Die grösstenteils wohlhabenden Promi-nenten könnten zeigen, dass ihre Begeisterung für die Reitschule über müde Lippenbekenntnisse hin-ausreicht. Sie könnten das Jugendkulturzentrum gemeinsam kaufen und damit einen Wendepunkt sei-ner über 20-jährigen Geschichte einleiten. Erstens wäre damit die Reitschule definitiv als kultureller Freiraum in Bern verankert und die ewigen politischen Zankereien beendet. Zweitens könnten die neu-en Eigentümer Verantwortung übernehmen und der kleinen, gewalttätigen Minderheit den Kampf an-sagen. Wäre ihr Engagement dabei nur halb so gross wie zurzeit gegen die Initiative, würde wohl schon bald Ruhe einkehren.

Dass der Kauf und Erhalt eines Kulturzentrums möglich ist, hat jüngst die Künstlerinitiative „Pro Progr“ gezeigt. Also, Kuno Lauener und co.: Steht hin für eure Ideale und übernehmt Verantwortung.

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