Wer immer mehr Sicherheit für weniger Freiheit will, verliert am Ende beides. - Stärkere Zivilcourage statt entwertete Bürgerrechte!

Spätestens seit den Anschlägen in New York von 2001 hat unsere Politik keine Antworten mehr auf die Ängste eines grossen Teils der Bevölkerung. Die Tatsache, dass die Sicherheitspolitik nach Innen und Aussen immer wieder durch Volksinitiativen definiert wird, zeigt die Blockade, in der sich die wählerstimmenabhängigen Parteien befinden.
Ein Weg könnte sein, an das Verantwortungs- und Selbstbewusstsein zu erinnern, ja sogar, etwas aktiv dafür zu tun, den Einzelnen in der Gesellschaft wieder dazu zu befähigen.
Beispielsweise das Fanprojekt des FC Basel zeigt, wie die enge Kooperation zwischen einer (privaten) Organisation und seinen Anspruchsgruppen funktioniert. Es führt zur Erkenntnis,...

...dass die Polizeikolonnen, Rayonverbote oder der Polizeigewahrsam bei Grossveranstaltungen am Ende eines Prozesses stehen, der mit der Unternehmens- und Entscheidungskultur beginnt und nicht mit einem Online-Pranger...

...dass der religiöse Frieden nicht im Baureglement einer Gemeinde geregelt, sondern durch aktives Zusammenwirken aller Glaubensgemeinschaften verwirklicht wird...

...dass Ausschaffungen nicht am Anfang, sondern am Ende der Integrationsaktivitäten in Betracht kommen und die entsprechende Volksinitiative leider nichts als negative Rhetorik liefert...

...dass die Unverjährbarkeit einer strafbaren Handlung nicht zu dessen Verschwinden führt und die Todesstrafe ein katastrophales Versagen von politischer Führung ist...

Dabei wäre es doch schon ein konstruktiver Anfang, wenn die Zivilgesellschaft - Einzelne und privaten Organisationen - sich ihrer Verantwortung im öffentlichen Raum bewusst werden.
Doch dazu braucht es Impulse, die das Selbstbewusstsein im Einzelnen hervorrufen können - ohne Feindbilder, ohne Verschwörungstheorien, ohne Ressentimentminderheit.

Wer aber Rechtsgleichheit, Privatsphäre, humanitäres Völkerrecht für mehr Sicherheit einschränken will, verliert mit jedem Ruf nach der harten Hand des Staats an persönlicher Freiheit.

Die Befähigung zur Zivilcourage wäre ein einzigartiger Beitrag zur Sicherheit als Standortfaktor der Schweiz in der globalisierten Welt.

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