Todesstrafe wieder einführen, doch der Genozid bleibt lebenslänglich... Eine lächerliche Initiative!

Man sieht es wieder einmal. Die meisten Leute haben keine Ahnung, dass wir in einem Rechtsstaat leben, welcher nicht auf den Begriff der "Vergeltung" und "Rache" beruht. Denn eine solche Strafe einzuführen ist lediglich ein Pseudomittel wie man in den USA deutlich sieht. Dort gibt es dennoch immer wieder schreckliche Verbrechen obwohl eine Todesstrafe besteht.

Zudem muss man sehen, das Morde mit sexuellen Missbrauch zum Grossteil von Leuten begangen werden, welche ohnehin schon ein psychisches Problem haben. Sei es von Geburt oder durch eine misslungenen Kindheit. Durch eine Todesstrafe wird somit ein Täter gestraft, der je nachdem nichts für seine Tat konnte. Um auf den Punkt zurückzukommen, der Rechtsstaat hier in der Schweiz versucht eine angemessene Strafe anzusetzen und versucht die Gesellschaft zu verbessern und nicht mit der Todesstrafe Angst und Schrecken in der Bevölkerung zu verbreiten und deren Rachegefühle zu befriedigen.

Oftmals fällt das Wort "Gerechtigkeit" in den Diskussionen. Wie definiert man Gerechtigkeit? Was ist Gerechtigkeit? Ist es das Prinzip "Auge um Auge, Zahn um Zahn"? Diese Fragen kann man nicht einhetlich beantworten, sondern sollte sich jeder einzelne selbst stellen. Doch für mich wird es immer klar sein, der Staat sollte NIEMALS die Befugnis bekommen über Leben und Tod eines Menschen entscheiden zu dürfen.

Dann noch die Fehlurteile. Die USA wieder einmal als Beispiel, dort gab es in letzter Zeit mehrere Entlassungen von Todestrakthäftlingen, nach 20 Jahren oder sogar nach 40 Jahren Haft. Das Unglaubliche daran ist noch, das sie diese Zeit Unschuldig dort drin gesessen sind. Man möge nicht daran denken, für wieviele Unschuldige diese Freilassungen zu spät kamen.Die zentrale Frage hier ist: Wie kann man abslout 100% sicher sein, ob man den Richtigen erwischt hat? Es müssten da eindeutige Beweise und keinen Zweifel vorliegen dass der Angeklagte die Tat begangen hat. Ehrlichgesagt ist dieser Punkt auch heute noch ein Problem, selbst wenn die Rechtsmedizin auch grosse Fortschritte gemacht hat.

Die EMRK spielt bei der DIskussion auch noch eine gewichtige Rolle, sie stell die rechtlichen Schranken auf der internationalen Ebene dar. Nun gibt es ein paar "Bünzli", die keine Fremdbestimmung möchten und meinen, man kann mal nach Lust und Laune diese Konventionen schnell künden und gut ist. Dann wäre ich auch dafür, dass man die Sklavenarbeit wieder einführt und allgemein auf den Menschenrechten rumtritt, da wir ja dann eine unzivilisierte Gesellschaft wären, die sich ihr Sanktionensystem aus emotionalen Reaktionen zusammenstellt.

Dann die Kostenfrage, grosses Thema. Es stimmt schlicht und einfach NICHT, das die Todesstrafe unter dem Strich günstiger kommt als eine lebenslange Haft. Gemäss AI (Amnesty International) sind die Kosten für die Todestrafe höher, weil man zusätzliche Verfahren hat, teure Gutachten einholen muss und höhere Sicherheitsaufwände gemacht werden müssen.

Zudem fehlt eine klare Differenzierung. Die Todesstrafe wird gemäss der Initiative nur bei Mord mit sexuellen Missbrauch angewendet. Was ist mit Genozid? Was ist bei äusserst kaltblütigen Mord? Was ist mit skrupellose Amokläufer? All diese Taten fallen nicht darunter, man bestraft somit eine Tätergruppe stärker als andere, was für mich keinen Sinn macht. All diese aufgezählten Taten geben lediglich nur eine lebenslange Haft (Lebenslang heisst in den meisten Fällen nur 10 Jahre)

Dennoch: Eine wirksame Bekämpfung der Kriminalität isch nicht mit Repression, sondern mit Prävention.

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