Sozialleistungen sind vom Staat zu erbringen. Sozialleistungen durch Kirchen lehne ich strikte ab; sie verletzen ausserdem die Religionsfreiheit.

Diese Aussage basiert auf der Diskussion im unteren Beitrag und bringt das Thema «soziale Kirchen» auf den Punkt.

Sozialleistungen müssen unter den Aspekten der Gleichbehandlung und der Gerechtigkeit erbracht werden und sind daher immer vom demokratisch kontrollierten Staat zu erbringen. Kirchen sollen nicht damit beauftragt werden, weil das eine Vermischung von religiösem Sendungsbewusstsein ist, welche ein Staat, der Religionsfreiheit als hohen Wert betrachtet, nicht zulassen darf.

Letztlich ist es eine Abhängigkeit, wenn man auf Sozialleistungen angewiesen ist. Und es soll nicht sein, dass Atheisten, Hindus, Moslems, oder aber auch Freikirchler von Sozialleistungen z.B. von der Katholischen Kirche abhängig gemacht werden.

Ein einfaches Beispiel soll das erläutern: Bei der aktuellen Überflutung in Pakistan waren sofort Mitglieder der Taliban und Al-Kaida zur Stelle um den Menschen in Not zu helfen. Das heisst, religiöse Terrorgruppen, die zuvor den Menschen massiv geschadet und ihnen ihre Rechte verweigert haben, treten nun plötzlich als Wohltäter auf. Dasselbe geschieht in Israel: Die Terrorgruppe der Hamas ist bei der Bevölkerung wegen ihrer Wohltätigkeit sehr beliebt.

Die Vermischung von Sozialleistung und Religion ist in jedem Fall äusserst heikel und muss vermieden werden.

All diejenigen, die hier darüber diskutieren, wie sozial und nützlich für die Gesellschaft die Landeskirchen doch seinen, sollen sich bitte einmal überlegen, ob sie auch dann noch so denken, wenn sie an die dabei Wohltätigkeit islamischer Terrororganisationen denken.

Nein, ich setze die heutigen Kirchen nicht 1:1 mit islamischen Terrororganisationen gleich, es geht mir aber um das Prinzip, dass die Vermischung von Religion mit Hilfe problematisch ist und darum verhindert werden muss. Ich gebe ausserdem zu bedenken, dass vor einigen hundert Jahren auch die christlichen Kirchen eine Terrorherrschaft in Europa zu verantworten hatten. Es ist sicher nicht sinnvoll, den Kirchen eine materielle und weltliche Macht zu geben.

Es gibt zwei heikle Aspekte:

  1. Hilfe von Kirchen an Nichtkirchenmitglieder missachtet die Religionsfreiheit der Nichtkirchenmitglieder.

  2. Hilfe erteilen zu können, und über das Geld dazu zu verfügen, ist eine Machtstellung, die einzelne Kirchen privilegiert. Kirchen können so ihre Gedankengut (z.B. «das Evangelium») besser verbreiten und erhalten erst noch von der Bevölkerung Sympathie, die sie eigentlich gar nicht verdienen, weil sie ja nicht (oder zumindest nicht nur) ihr eigenes Geld einsetzen. Auch das ist wiederum ein Verstoss gegen die Religionsfreiheit und gegen die Gleichbehandlung der Nichtkirchenmitglieder.

Wer seine Kirche finanziell unterstützen will, der soll das dürfen. Aber es soll niemand, auch keine Firma, dazu verpflichtet werden. Und, das ist ebenfalls sehr wichtig, Kirchen sollen keien Aufgaben übertragen werden, die sie an Nichtkirchenmitglieder zu erbringen haben.

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