Wie gehen die Wahlen 2011 aus? Hier eine Prognose!!!

Wahlprognose 2011

8tung: VIEL ZU LESEN!
In gut einem Jahr wird gewählt. Es wird noch viel geschehen. Spätestens ab Januar 2011 wird die Gangart ruppiger und alles wird sich auf die Wahlen ausrichten. Jeder Entscheid, jede Meinung wird so zurechtgelegt, dass es zu Gunsten der eigenen Partei sein wird. Die Gegner versucht man zu schwächen. Damit erreicht man sicher, dass die eigenen Parteimitglieder (ich gehöre möglicherweise auch zu denen) die Objektivität verlieren. Die Parteiunabhängigen lassen sich entweder für eine Partei begeistern, oder nerven sich ab der Dauerpropaganda.

Ich versuche Krake Paul zu spielen. Aktuell erlaubt mir mein Politikempfinden noch, die Lage einigermassen objektiv einzuschätzen.
SVP
Es scheint, als hätte die Partei die Abspaltung der BDP problemlos überstanden. Am Anfang dachte ich, dass die Partei garantiert unter 25% fallen wird bei den Wahlen 2011. Jetzt bin ich ziemlich sicher, dass die SVP auf über 30% kommen kann.
Bei Kantonalen Wahlen musste sie nirgendwo als Verlierer vom Platz. Die Minarett Initiative wird ihnen weitere Wähler gebracht haben.
Über den Stil der SVP muss man nicht diskutieren. Der wird auch 2011 aggressiv und fragwürdig sein. Aber wieso sollte die SVP die Taktik ändern? Sie feiert Erfolge damit.
Im Fussball wird auch nicht Meister, wer am schönsten und fairsten spielt.
Die Medien sollten sich weniger aufregen. Am Ende gibt es immer genug Leute, die diesen Stil toll finden und wählen.
Da die Themen in Zukunft aber schwieriger und komplexer werden (EU, Wirtschaft, Demographischer Wandel etc.), wird die SVP bald wieder Boden verlieren. Spätestens 2015 wird der Höhenflug beendet sein.
Die SVP beweist, dass sie in den Kernthemen (Ausländer, EU und Steuern) sehr geschlossen ist. Bei weitergreifenden Themen ist die Partei zerstritten und bringt keine Lösungsvorschläge. Dafür werden sie die Quittung bekommen. 2011 wird die SVP wohl auch einen zweiten Sitz im Bundesrat zugesprochen bekommen. Spätestens dann greift die dauernde Kritik an der Landesregierung nicht mehr.
Aber für die Wahlen 2011 sehe ich absolut keine Probleme für die Partei.
Hier hat die Partei Lob verdient. Nach der Abspaltung hat sie gegen aussen nicht den Kopf verloren und ist nicht in Panik ausgebrochen.
Die SVP ging ihren Kurs, man kann ihn mögen oder hassen, konsequent weiter.
SP
Die SP wird wieder zulegen können. Sie ist in meinen Augen wieder mehr nach links gerutscht und wird somit einige zurückgewinnen, die Grün gewählt haben.
Spätestens mit dem neuen Parteimanifest ist der neue Kurs der SP eingeschlagen.
Vor allem der Sieg bei der BVG- Revision ist ihnen hoch anzurechnen und hat gezeigt, die Partei hat noch Power (und Geld). Gewinnen sie noch die ALV- Revision Abstimmung sind sie links der Mitte eine Macht, welche wahrscheinlich auf Dauer wenig Spielraum für andere Linksparteien lässt.
CVP
Die Stammwähler sind der CVP sicher. Viele Innerschweizer würden sich lieber die Hand abhacken als etwas anderes als CVP wählen.
Die CVP wird sicher nicht verlieren. Aber ob sie gross gewinnen wird ist schwer zu sagen. In den ehemaligen Gebieten vom Sonderbund ist die CVP traditionell sehr stark und wir es bleiben.
In den anderen Kantonen ist sie nicht so stark, dass sie viel verlieren kann.
Natürlich würde es mich freuen, wenn die CVP bald wieder 20% hat, aber das ist nur schwer zu erreichen in den nächsten Jahren.
Sie bietet für Leute die mitte- links sind eine interessante Alternative. Ich höre viel Leute die der Meinung sind, dass sie für die SP zu bürgerlich denken und für die SVP zu sozial sind. Leider gehen die nicht CVP wählen, sondern lassen es sein. Die CVP wird noch zu sehr mit den alten Geschichten in Verbindung gebracht. Ich denke, die CVP wird irgendwo zwischen 14 und 16% liegen nach den Wahlen. Mehr wäre schön, mit weniger ist nicht zu rechnen.
Die CVP wird aber ihre Hoheit im Ständerat behalten.
FDP
Die FDP wird wohl als Einzige der grossen Parteien verlieren. Deutlich verlieren. Die FDP setzt man zu Unrecht mit der Wirtschaftskrise und den übertriebenen Boni gleich.
Die Exponenten Couchepin und Merz haben nicht viel zu einem besseren Image beigetragen.
Mit Fulvio Pelli haben sie einen Präsidenten der so offensichtlich mit allen ins Bett geht um seine zwei Sitze zu sichern, dass sich die Partei lächerlich macht. Bei der Couchepin Ersatzwahl brauchte er die SVP. Als er merkte, dass die SVP angreifen will falls Merz zurücktritt versuchte er BDP und CVP anzuwerben. Dieser zickzack Kurs kommt schlecht an.
Die FDP hätte sehr gute Leute in ihren Reihen, nur bekommen sie nicht die richtige Plattform um es zu zeigen. Die FDP will einmal eine rechtsliberale Partei sein, danach ist sie wieder eine Partei der bürgerlichen Mitte. Ja, irgendwann müssen sie sich entscheiden. Die Bevölkerung will wissen, wo die Partei jetzt steht. Sonst ist der Weg zur SVP oder glp (je nach Ausrichtung) schnell gemacht.
Bei ihren Ständeratskandidaten sehe ich aber kein Problem. Dort wird sie die Sitze verteidigen- wie gesagt, die FDP hat sehr gute Leute in ihren Reihen.

Grüne Partei Schweiz (GPS)
Die werden zum ersten Mal seit langem Stimmen verlieren. Die SP ist wieder linker geworden. Die GPS will Regierungsverantwortung übernehmen. Dazu gehört halt, dass sie mehr bieten als idealistisches Öko- Denken.
Ausser die SVP und Teile der FDP hat jetzt wirklich der letzte Horst begriffen, dass wir etwas für die Umwelt machen müssen. Da muss ich nicht speziell die Grünen wählen.
Die Grünen müssen sich behaupten, was sehr schwer wird. Wenn die Grünen politisieren, machen sie die Selbe Politik wie die SP (in der Regel). Der Wähler wird sich sagen: „dann wähle ich besser das Original“.
Mein Fazit: weil die SP nach links rutschen wird und die bürgerlichen ihren grünen Daumen entdeckt haben, wird die Partei bald eine schwere Zukunft haben.
EVP/ EDU/ Lega
Die 3 Parteien werden ihre Sitze mehr oder weniger halten können. EVP und EDU haben ähnlich wie die CVP einen sehr treuen Wählerkern. Die Lega muss sich mit der SVP konkurrieren, was ihnen im Tessin allerdings gelingen wird.
BDU und GLP
Die zum Schluss. Beide Parteien profitieren sehr vom neu sein.
Ich gehe davon aus, dass die GLP Fraktionsstärke erreicht. Die BDP will 10 Sitze im Nationalrat- sprich, sie will sich verdoppeln. Kurze Rechnung:die 2 aus GR werden sie wohl behalten können. In Bern werden sie von 2 auf 4 oder 5 kommen. Ziemlich sicher. Der GL Sitz wird hart umkämpft sein. Aber wo will die Partei Sitze gewinnen? In der Innerschweiz wählen sie CVP oder dann seit neustem SVP.
Am ehesten noch in der Nordwestschweiz vielleicht einen oder 2. Aber 10 Sitze sind übertrieben.
Beide Parteien sind in meine Augen mögliche und interessante Fusionspartner. Die GLP politisiert sehr ähnlich wie der liberal- soziale Flügel der CVP und der linke Flügel der FDP.
Die GLP ist ja ein sehr zuverlässiger und guter Fraktionspartner für die CVP. Sie beweisen, dass sie kooperieren können. Eine gute Eigenschaft.
Die BDP wildert nicht im Garten der SVP mit ihrer Politik sondern im Garten der CVP und FDP.
Da werden sich die Parteispitzen der CVP und FDP natürlich auch ihre Gedanken machen. Ich gehe davon aus, dass die beiden Parteien in 10 Jahren in dieser Form nicht mehr existieren werden. Bei beiden fehlt noch die klare Positionierung.
2011 werden sie aber zu den wenigen Gewinnern der Wahlen zählen. Der Ausgang der Wahl wird sich stark auf die CVP und FDP auswirken. Gewinnt die BDP zu stark auf ihre Kosten werden sie keinen Grund sehen, EWS im BR zu lassen.
Die GLP will wahrscheinlich eine eigene Fraktion bilden, aber ich hoffe, dass sie weiter gute politische Partner bleiben.

So, mein Dokument ist fertig, jetzt bin ich gespannt, ob es Reaktionen gibt- falls jemand überhaupt alles hat lesen können.

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