Die Öffnungszeiten sind ein Instrument der Angebotsdifferenzierung zur Erlangung von mehr Marktmacht. Kleinere Geschäfte werden aus dem Markt verdrängt.

Nur grosse Warenhäuser oder Ketten können und wollen eine solche Kapazität, die sich aus einer Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten ergibt, ausschöpfen. Nur sie profitieren in der Folge von Nachfrageverschiebungen. Kleinere Geschäfte, die diese Möglichkeit nicht in Anspruch nehmen können, werden aus dem Markt verdrängt.

Ob die Unternehmen von einer Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten profitieren können, hängt in erster Linie davon ab, ob die Kostensteigerungen durch die Erhöhung der Personal- und Betriebskosten an anderer Stelle eingespart oder durch eine Erhöhung des Umsatzes kompensiert werden können. Wo, wenn nicht beim Personal oder bei den Produzenten sollte gespart werden können? Gemäss der Seco Studie über die Volkswirtschaftlichen Auswirkungen flexibler Ladenöffnungszeiten ist nur mit einer schwachen Umsatzsteigerung zu rechnen.

Was viele Konsument-/innen nicht wissen ist, dass die Läden im Raum Zürich bereits heute bis 23Uhr öffnen können. Bei einer Total-Liberalisierung muss man allfällige Preiserhöhungen ins Auge fassen. Die Öffnungszeiten sind ein Instrument der Angebotsdifferenzierung zur Erlangung von mehr Marktmacht.

Die Tendenz im Detailhandel ist die, keine Vollzeitpensen mehr anzubieten. So ist es möglich beliebige Teilzeitarbeitskräfte nach Bedarf zu „mobilisieren“. Man könnte zynischerweise behaupten, es werden so auf Kosten der Vollzeitbeschäftigen mehr Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen. Aber was für welche? Prekäre Teilzeitstellen. Für die Arbeitnehmer sind die Auswirkungen von den arbeitsrechtlichen Regelungen abhängig. Es ist z. Bsp. anzumerken, dass die Beschäftigten im Zürcher Detailhandel keinem GAV oder NAV unterstellt sind.

Durch die Flexibilisierung von diesem Bereich der Arbeitswelt, verlieren Tugenden und Wertvorstellungen an Bedeutung z.Bsp. Arbeitsethik. Schon die Natur von Berufen im Öffentlichen Dienst (Polizei, ÖV, Spitäler etc.) gibt unregelmässige Arbeitszeiten vor. Sie sind dazu geschaffen kollektive Grundbedürfnisse zu befriedigen. Diese Angestellte haben aufgrund ihrer Verträge Zulagen, faire Schichtmodelle und vor allem anständige Löhne.

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