Gesunde Konkurrenz ist Ansporn. Zeugnisse muss man zeigen dürfen. Siegern muss man zujubeln dürfen. Leistung muss gelobt werden.

Für ein Lob der Leistung

Eine weitere Krankheit unseres Schulsystems ist der fehlende Respekt vor den Leistungen unserer Kinder. Ohne Leistung fallen unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft zusammen. Eine der wenigen Ressourcen der Schweiz, und ich wage sogar zu behaupten die wichtigste, ist unsere Bildung, unsere Erfahrung und unser Wissen. Diesen Schatz sichert man sich nicht mit Leistungsverachtung und Nivellierung nach unten!

Ich habe am eigenen Kind selbst erlebt, dass von der Lehrerin im Auftrag der Schulleitung den Kindern verboten wurde, über das Zeugnis zu sprechen. Es wurde den Kindern eingeschärft, das Zeugnis erst zu Hause zu öffnen. In einem Artikel las ich ausserdem, dass bei Sportveranstaltungen den Schülern verboten worden sei, der siegreichen Mannschaft zuzujubeln. Jubeln dürften die Schüler nur bei einem Unentschieden.

Es kann und darf nicht sein, dass man den Schülern verbietet über ihr Zeugnis zu sprechen oder bei Sportveranstaltungen dem Sieger zuzujubeln. Es darf nicht sein, dass man extra austarierte Mannschaften von sich unbekannten Schülern aus verschiedenen Klassen, ja Schulhäusern bildet und darauf achtet, sportliche Spiele möglichst unentschieden enden zu lassen!

Jedes Kind hat Stärken und Schächen

Es ist sowieso selten der Fall, dass ein Schüller überall der Beste ist und einer überall schlecht. Die meisten Kinder haben irgendwo ihre Stärken und anderswo ihre Schwächen. So gesehen dürfte es sich natürlicherweise ergeben, dass jedes Kind irgendwo einmal für seine Leistung gelobt wird, das eine in der Mathematik, das andere bei den Sprachen, ein anderes im Werken oder im Sport. Oft ist es so, dass ein Kind, welches in intellektuellen Bereichen gute Leistungen erbringt, im Sport nicht so leistungsfähig ist und umgekehrt. Selten gibt es universale Genies oder Versager. Ein Universalgenie kann eine Klasse verkraften. Und bei einem Universalversager sind ohnehin Sondermassnahmen oder eine Sonderschule fällig. Da gibt es nichts, was gegen eine gesunde, d.h. nicht übertriebene Konkurrenz spricht.
Über Leistung reden, Leistung loben

Im aufstrebenden China werden die Zeugnisse in der Schule öffentlich ausgehängt und Eltern wie Schüler vergleichen die Leistungen. So weit will ich nur schon aus Datenschutzgründen nicht gehen. Aber es darf den Schülern unter keinen Umständen verboten werden, über ihre Noten und Leistungen mit den andern zu sprechen, im Gegenteil, dieser Austausch soll gefördert werden. Selbst hier in Winterthur herrscht der Missstand eines Verbots, über das Zeugns zu sprechen (zumindest in der Schuleinheit Hegi).

Die Lehrer sollen vielmehr bei der Zeugnisverteilung die guten Schüler vor der Klasse für ihre Leistungen loben. Dazu gehören nicht nur die Besten, sondern auch diejenigen, die sich am meisten gesteigert haben, auch wenn sie noch immer nicht gut sind. Denn es ist eine grössere Leistung, sich zu verbessern, als eine gute Note zu halten.

Das könnte dann etwa so tönen, der Lehrer sagt: «Klassenbester ist A mit einem Durchschnitt von 5,6, dicht gefolgt von B und C mit 5,4 und 5,3. Ebenfalls einen Durchschnitt von 5 und mehr haben D, E und F. Den grössten Fortschritt hat G gemacht, der sich von einem ungenügenden 3,5 auf 4,2 gesteigert hat, herzlichen Glückwunsch, weiter so. Ebenfalls stark verbessert haben sich H und I.»

Dabei sollen wie gesagt nur besonders gute Leistungen gelobt werden. Mittelmässige und schlechte Leistungen braucht man nicht zu erwähnen. Ziel soll es sein, den Kindern eine positive Rückmeldung und damit einen Ansporn und eine Bestätigung zu geben. Weil auch Leistungsverbesserungen gelobt werden, haben auch schlechte Schüler Aussicht auf lobende Erwähnung.

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