Schulqualität vor Integration: Integrierte Förderung braucht Grenzen, Sonderschulen bleiben notwendig.

Es ist schlicht Irrsinn, wenn man meint, man könne alle Kinder, von geistig behinderten bis zu hochbegabten in ein und derselben Klasse unterrichten, womöglich noch mit einer Schülerzahl von zwanzig oder mehr, und es genüge, ein paar «IF-Hilfskräfte» (IF=«Integrierte Förderung») beizustellen, um zu einem guten Unterricht zu kommen.

Es ist sicherlich falsch, wenn man Kinder vorschnell in Sonderschulen ausscheidet. Es ist aber genauso falsch, dies nicht zu tun, dort wo ein Kind dem Unterricht nicht mehr folgen kann, oder wo ein Kind vom Unterricht gelangweilt wird. Für wenige Prozent von Schülern bedarf es nach wie vor öffentlicher Sonderklassen, aber dies nicht nur für lernbehinderte, sondern auch für hochbegabte. Ich plädiere für eine Volksschule mit einer breiten Regelklasse, in die man integriert, was man ohne Qualitätseinbusse am Unterricht integrieren kann, aber die auch Sonderschulen unterhält. Im Vordergrund muss stehen, dass möglichst alle Schüler aus ihren Fähigkeiten das Optimum herausholen können. Aber das Optimum ist sehr individuell: Während es für ein geistig schwer behindertes Kind bereits ein grosser Erfolg sein kann, einen verständlichen Satz zu formulieren, kann es am andern Ende des Spektrums sein, dass ein hochbegabtes Kind nach drei Schuljahren ins Gymnasium wechselt. Fair ist es, wenn beide das Maximum aus sich herausholen können.

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