Schweizerdeutsch muss in Kindergarten und Schule gepflegt werden. Viele Kinder haben Schweizerdeutsch nie richtig gelernt.

Viele Kinder können heute nicht mehr richtig Schweizerdeutsch. Selbst Moderatoren am Schweizer Fernsehen glänzen durch Nichtbeherrschen unserer Sprache, geschweige denn in der Werbung. Da werden schweizerdeutsche «Wulche» plötzlich zu hochdeutschen «Wolke» und bei Kindern wird der schweizerdeutsche «Loi» zum «Löwe», die «Chrottepösche» zum «Löwezaan», der «Summervogel» zum «Schmätterling», u.s.w. (und nein, das liegt nicht am Dialekt, ich rede von Gebieten, wo es vom lokalen Dialekt her sicher falsch ist). Oft gemischt mit hochdeutscher Grammatik: Aus «de Maa wo n i gsee ha» wird «de Maa, de n i gsee ha», aus «ich gang uf Züri» wird «ich gang nach Züri», aus «z Züri» wird «in Züri». Das ist einfach nur grauenvoll.

Es ist eine Schande, dass wir unsere Kultur dermassen verlauern lassen! Ein gutes Schweizerdeutsch muss die Voraussetzung sein, um überhaupt erst mit Hochdeutsch als der ersten Fremdsprache beginnen zu können.

Zur global vernetzten Welt gehört für mich eine solide Basis mit festen Wurzeln in der eigenen Sprache und Kultur; und unsere eigene Sprache ist nun mal Schweizerdeutsch und nicht Hochdeutsch.

Es ist viel sympathischer, wenn ein Schweizer beim Hochdeutschsprechen oder -schreiben «schweizert», als wenn er beim Schweizerdeutschsprechen «deutschelt».

Ich bin für einen frühen Start mit Fremdsprachen, und zwar sowohl Hochdeutsch, wie auch Französisch, wie auch Englisch, aber ich verlange eine angemessene Pflege des Schweizerdeutschen.

In der Schule soll Schweizerdeutsch in Schrift und Sprache gefördert werden. Insbesondere sind die Schreibregeln für Schweizerdeutsch zu unterrichten (ja, es gibt sie!). Ausserdem sollen die Kinder die Unterscheide der beiden Sprachen explizit lernen. Gerade die ausdrückliche Auseinandersetzung mit Schweizerdeutsch und den Unterschieden zu Hochdeutsch fördert die Kompetenz in beiden Sprachen.

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