Ich bin noch hin- und hergerissen - ja oder nein?

Wenn ich mir die Änderungen nochmal durchlese, wegen welcher Taten AusländerInnen künftig ausgewiesen werden dürfen:
a).... vorsätzliches Tötungsdelikt, Vergewaltigung oder ein anderes schweren Sexualdelikts, ein anderes Gewaltdelikts wie Raub, Menschenhandel, Drogenhandel oder Einbruchsdelikt
oder
b. missbräuchlicher Bezug von Leistungen der Sozialversicherungen oder der Sozialhilfe

Es geht bei den Taten unter a) um schwere und vor allem um VORSÄTZLICHE Delikte. Keine dieser Taten "passieren", wie bspw. fahrlässige Tötung aufgrund von einem Verkehrsunfalls oder eines anderen Unglücksfalls.
Ich weiss, dass mir als Bürgerin egal welcher Nationalität, wenn ich bei einer solchen Tat erwischt und rechtskräftig verurteilt werde, eine Strafe bevorsteht.
Eine Strafe könnte auch sein, dass ich des Landes verwiesen werde, in dem ich mich aufhalte. Warum nicht?

Etwas anders sieht es für mich bei den Delikten unter b) aus. Hier sagt mir mein Rechtsempfinden, dass diese Straftaten nicht gleichzusetzen sind mit denen unter a). Das heisst nicht, dass sie dann nicht verurteilt werden und das gesamte Geld wieder zurückzahlen müssen, wie jeder andere auch.
Allenfalls könnte ich mir hier eine Art "Bewährung" vorstellen.
Ausserdem fehlt mir der Zusatz "vorsätzlich".

Ich bin übrigens erst seit wenigen Wochen Schweizerin, lebe seit über 20 Jahren hier. Auch ich bin schon mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Sicher schon 10 Parkbussen, dreimal zu schnell gefahren (2x40.-, 1x100.-), einige Male den Führerschein zuhause vergessen, einmal über eine durchgezogene Linie gefahren und einmal wegen Schwarzfahrens eine Busse bekommen, weil ich für den Sohn die Juniorkarte im Auto vergessen hatte. Ich bin darauf weder stolz noch schäme ich mich dafür, sowas passiert (finde ich). Und niemand muss wegen solcher "Vergehen" und anderen, schwereren aber nicht vorsätzlichen Taten irgendetwas befürchten.
Was ist so schwierig daran, sich an Regeln zu halten?

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