"Soll die Schweiz ein "free-riding" auf Kosten von Allianzen anstreben, zu denen sie politisch nicht gehören will?" ---> Dienstpflicht anstelle von Wehrpflicht

Dies fragt der amerikanische Politikwissenschaftler Marc DeVore, Senior Research Fellow am Centre for Security Economics and Technology der Uni St.Gallen (NZZ, 19.08.2010, Seite 19).

Er argumentiert, dass die Abschaffung der Wehrpflicht zur Erosion der Milizarmee führen würde und somit zur Unfähigkeit der Selbstverteidigung der Schweiz. Zur Zeit besteht kein Grund zur Annahme, dass die Schweiz von anderen Mächten angegriffen würde, da die geopolitische Situation in Europa relativ stabil ist. Dem gleichen Trugschluss verfielen aber auch die USA und Grossbritannien nach dem Ersten Weltkrieg - und wurden entsprechend unvorbereitet vom Zweiten Weltkrieg getroffen.

Um diesem Argument Rechnung zu tragen und gleichzeitig der GSoA-Initiative zur Abschaffung der Wehrpflicht entgegen zu kommen ist zu prüfen, die Wehrpflicht in eine Dienstpflicht zu wandeln. Jeder Schweizer und jede Schweizerin könnte dabei einer reduzierten Dienstpflicht (Zivil- oder Wehrdienst) von z.B. drei Monaten im Alter von 20 Jahren, 2 Monate bei 25, und 1 Monat bei 30 Jahren unterstellt werden - Gesamtdienstzeit 6 Monate in 10 Jahren.

In der Tat ist es bemühend, sich als souveräner Kleinstaat im Falle einer Armee- oder Wehrpflichtabschaffung im Krisenfall auf den Schutz von Nachbarstaaten verlassen zu wollen, v.a. wenn alle Nachbarstaaten wirtschaftlichen und politischen Bündnissen angehören, denen wir nicht beitreten wollen. Die Zeit des Fünfers und des Weggli sind definitiv vorbei - entweder entscheiden wir uns zum Anschluss an diese Bündnisse und können entsprechenden Schutz problemlos voraussetzen, oder wir bleiben ausserhalb dieser Bündnisse, müssen dabei aber eine gewisse Verteidigungsstärke beibehalten können.

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