Ich denke nicht, dass die Verrohung unserer Gesellschaft bloss auf Gewaltspiele zurückzuführen ist. ALLE Quellen müssen konsequent angegegangen werden.

Oftmals sucht man nach einem Sündenbock - und hier scheint man einen gefunden zu haben. Wir machen es uns aber zu einfach, wenn wir glauben, mit einem Verbot solcher Spiele das Problem der Gewalt in unserer Gesellschaft zu lösen.

Sicher tragen solche Spiele ihren Beitrag dazu bei, aber andererseits muss man sich auch fragen, WESHALB die Kids solche Spiele spielen. Vielleicht möchten sie sich auf diese Weise abreagieren oder es ist eben doch das Spiegelbild unserer Gesellschaft!?

Gewalt kennt viele Ursachen: Frust, Auflehnung, Stress, Gesellschaftsdruck etc. etc.

Mit einem Verbot ist das Problem nicht behoben - leider.

Es geht uns allen darum, letztlich die Gewalt in unserer Gesellschaft zu reduzieren. Aber so lange wir ohne Respekt und Anstand dem Menschen (und dem Tier!) gegenüber durch die Welt marschieren und bloss auf den eigenen Vorteil bedacht sind, wird uns dies nie gelingen.

Die Wirtschaft und Politik macht es uns vor: man versucht die anderen "in die Pfanne" zu hauen. Gegeneinander anstatt Miteinander. Egoismus statt Gemeinschaft. Das virtuelle Leben der Gewaltspiele in der grossen weiten Welt. Oder umgekehrt, die Gewaltspiele sind "bloss" das Abbild der Realität.

Wo also liegt das Problem?! Bei den Kids mit ihren Spielen oder bei den sogenannten "Erwachsenen", die eine Vorbildfunktion haben sollten?

Als überzeugter Tierschützer und Begründer der Tierpartei Schweiz (TPS) möchte ich als weitere Quelle der Gewalt den Umgang mit unseren Tieren nennen. Amerikanische Studien belegen, dass die Gewaltbereitschaft eines späteren Kriminellen bereits beim Quälen von Tieren begonnen hat. Deshalb gibt es in Kalifornien bereits spezialisierte Polizeikorps, die Tierquälern deren bösartiges Handwerk zu legen versuchen.

Wenn wir der Gewalt in unserer Gesellschaft Herr werden möchten, müssen wir alle Quellen der möglichen Gewaltentstehung angehen und vor allem muss jeder für sich selber seine eigene Gewaltbereitschaft unter die Lupe nehmen und künftig wieder eine Vorbildfunktion einnehmen, anstatt bequem mit dem Finger auf die anderen zu zeigen und das Problem bloss bei den anderen zu suchen!

Und wir müssen lernen, allem Leben gegenüber (Mensch, Tier, Umwelt) wieder mehr Respekt und Anstand entgegenzubringen nach dem Zitat von Albert Schweitzer : "Ich bin leben, inmitten von Leben, das auch leben will".

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