Die Revision der Arbeitslosenversicherung fällt einseitig auf Kosten junger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus und ist darum abzulehnen.

Mit der Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes werden insbesondere junge Stellensuchende diskriminiert. Aufgrund ihres Alters sollen sie Kürzungen und längere Wartefristen hinnehmen und zudem auch Stellen annehmen müssen, die absolut nicht ihren Qualifikationen entsprechen.

Unter-30-jährige Erwerbslose müssen neu jegliche Art von Arbeit annehmen, unabhängig von ihrer Ausbildung, ihren Fähigkeiten und ihrer bisherigen Tätigkeit. In diesem Zusammenhang spricht man von Zumutbarkeit der Arbeit. Jungen Stellensuchenden wird damit indirekt klar gemacht, dass ihre Ausbildung nichts wert sei. Das bewährte duale Berufsbildungssystem wird mit dieser Massnahme abgewertet.

Die Anzahl der Taggelder, welche junge Erwerbslose erhalten, wird massiv gekürzt. Junge Berufsleute bis 25 Jahre, welche noch keine Kinder haben, erhalten neu bei gleicher Beitragszeit nur noch 200 Taggelder (statt 400). Diese Leistungskürzung auf Basis des Alters ist nicht nur willkürlich, sie steht auch im Widerspruch zum aktuellen Anstieg der Anzahl junger Langzeitarbeitsloser.

Ausbildungs- und StudienabgängerInnen erhalten sogar nur noch 90 Taggelder (statt 260), wenn sie direkt nach ihrer Ausbildung arbeitslos werden.

Die Wartezeit, bis eine junge Person überhaupt Unterstützung bekommt, wird erhöht. Unter 25 Jährige müssen neu 10-20 Tage (bisher 5 Tage) warten (je nach Einkommen), sofern sie bereits arbeiten. Für Ausbildungs- und StudienabgängerInnen beträgt die Wartezeit sogar 6 Monate.

Da die Leistungsdauer gekürzt wird, werden zahlreiche erwerbslose Jugendliche in die Sozialhilfe gedrängt - und dies, obwohl die unter 25-jährigen bereits heute die höchste Sozialhilfequote aller Alterskategorien aufweisen. Die Probleme werden so ausschliesslich zu Städten, Gemeinden und Kantonen verschoben und nicht ansatzweise gelöst.

Mehr dazu unter www.sajv.ch/positionen

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