Eine blosse Darstellung der «grossen» Religionen ist ungenügend und setzt nichtreligiöse Kinder unter Druck, etwas aus der Angebotspalette zu wählen.

Mit dem Weglassen von Hinweisen auf eine weltliche Ethik wird der Eindruck vermittelt, gesellschaftliche Werte kämen zwingend in einem religiösen Korsett daher. Das ist eine unzulässige Geschichtsklitterung, schliesslich konnten zentrale Selbstbestimmungsrechte, die unsere heutige Gesellschaft prägen, nur gegen den erbitterten Widerstand des Klerus durchgesetzt werden.

Die Fokussierung auf das Religiöse — selbst weltliche Kultur bleibt gänzlich aussen vor — diskriminiert Kinder aus säkularen Haushalten. Sie werden mit ihren Erfahrungen und Wertemodellen nicht abgeholt. Und besonderes in den unteren Schulklassen ist zu erwarten, dass sie einen Druck verspüren werden, aus der religiösen «Angebotspalette» etwas auszuwählen.

Der federführende Bildungsrat Jürgen Oelkers und mit ihm die Bildungsdirektion nehmen mutwillig Kurs auf den Eisberg, denn in dieser Form verstösst das Fach gegen das verfassungsmässige Verbot, Kinder unter Zwang Religionsunterricht auszusetzen.

Andere Kantone, z. B. Graubünden, vereinen Ethik und Religionskunde ganz bewusst in einem Fach. Zürich muss einen vergleichbaren Weg gehen oder die Übung abbrechen.

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