Religion beschäftigt sich mit den letzten Fragen (Tod und Jenseits). Politik kümmert sich idealerweise um die vorletzten, ums Diesseits und das (Zusammen-)Leben

Natürlich ist keine Politik ohne Werte denkbar, schliesslich verfolgt sie Ziele, die über die eigene Person und oft auch Lebensspanne hinausgehen. Und trotzdem ist Ethik immer eine sehr subjektive Sache, die demokratisch verhandelt werden muss, was in säkularen Systemen auch geschieht. Die eigenen Vorlieben aber quasi mit einem Gütesiegel ("Gott") versehen zu wollen ist unstatthaft - und in der heutigen pluralistischen Welt anmassend. Wer mit imaginären Freunden oder "heiligen Schriften" argumentiert verweigert sich dem echten Dialog. Und ohne Dialog kein Konsens, keine Demokratie.

Der Staat besteht aus Strukturen, Strukturen sind nicht "religiös". Der "Staat" hat kein Gewissen, nur Gesetze. Seine Behörden haben Aufgaben zu erfüllen. Der Glaube hingegen ist reine Privatsache. Jeder einzelne für sich und Mitglieder einer Gemeinschaft untereinander prägen die Vorstellung von Gut/Böse. Wo das Kollektiv sich religiös definiert endet es im Gesinnungsdiktat. Abhilfe schafft einzig die Trennung von Kirche und Staat.

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