Die Petition räumt keine Sonderrechte ein, sondern diskriminierende Verbote aus!

Die Petition „Gleiche Chancen für alle Familien“ postuliert, dass alle Personen unabhängig ihrer sexueller Orientierung oder Zivilstands bezüglich Adoptionsrechten gleichgestellt werden. Es bietet sich hier die Chance, eine nötige Debatte zu lancieren und bestehende Diskriminierungen aufzuheben. Es sei betont, dass keine Rechte geschaffen, sondern ein Verbot abgeschafft werden soll!
Zwei Punkte sind zentral. Erstens sollte die Möglichkeit, ob ein Paar ein Kind adoptieren darf, nicht an einer (wohl überholten) Idealvorstellung des Familienbildes einiger Personen gemessen werden. Pauschale Aussagen wie „es ist für das Kindeswohl ideal, Mutter und Vater zu haben“ sind realitätsfern. Kinder, die eine Scheidung erlebt haben, bei einer allein erziehenden Mutter oder Vater wohnen oder einer Patchworkfamilie angehören, können sich genau so zu aufgestellten, erfolgreichen und liebenswerten Menschen entwickeln. Ich jedenfalls kenne viele solcher Leute. Zudem handelt es sich auch bei vielen Adpotionen um Stiefkinder. Dabei adoptiert der neue Partner ein Kind aus früherer Ehe. Dies illustriert, weshalb die Petition „Gleiche Chancen für alle Familien“ heisst.
Zweitens wird oft erzählt, dass ein Kind, das eben von zwei Müttern erzogen wird, in Schule oder Kindergarten ausgegrenzt oder ausgelacht werden könnte. Daraus darf sicher nicht der Schluss sein, zu verbieten, dass beide Elternteile dem gleichen Geschlecht angehören! Es ist doch lange Zeit her, dass Homosexualität geleugnet oder totgeschwiegen wurde. Der Grund dafür war nichts anderes als Unwissen und deshalb Unverständnis. Hier sollten wir weiter sein. Der angefangene Dialog ist nötig, damit Verständnis wachsen kann. Dann wird auch in der Schule keiner mehr ausgelacht.
Wenn zwei Papis problemlos an den Elternabend kommen können, leben wir in einer Gesellschaft, in der alle gleich viel wert sind und gegenseitiges Verständnis besteht. Dies ist wertvoller und zukunftsweisender, als ein längst überholtes Familienbild zu zementieren.

3 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Adoption»

zurück zum Seitenanfang