Die Entwicklung der kognitiven Kontrolle ist bei Jugendlichen erst mit 25 Jahren abgeschlossen. Wieso sollen sie mit 16 das Stimm- und Wahlrecht erhalten?

Nach Ansicht von Laurence Steinberg, einem führenden amerikanischen Neurologen ist die Entwicklung des menschlichen Hirns erst Mitte Zwanzig abgeschlossen:

"Etwa zur Zeit der Pubertät zeigt sich im Hirn ein dramatischer Anstieg von Dopaminrezeptoren. Der Nervenbotenstoff Dopamin vermittelt vor allem Freude und Belohnung. Der Anstieg der Dopamin-Aktivität führt dazu, dass die Jugendlichen viel neugieriger werden und den Nervenkitzel regelrecht suchen; sie sind geradezu süchtig nach Gefühlen der Belohnung und der Bestätigung.

Aber es gibt ein zweites System im Gehirn, nämlich eine Art kognitive Kontrolle, das uns hilft, nach vorne zu schauen, die Konsequenzen unseres Handels abzuschätzen, zu planen. Dieses Kontrollsystem ist auch eine Art Impulsbremse, doch es ist erst Mitte zwanzig ausgereift.

Die Diskrepanz in der Entwicklung dieser beiden Hirnsysteme führt dazu, dass sich Heranwachsende oft riskant und rücksichtslos verhalten, bis hin zum Verbrechen, obwohl sie intellektuell schon in der Lage sind, rationale, verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen." (Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Unsere-Kinder-werden-viel-zu-hart-bestraft/story/23010883)

Aus dieser Sicht müsste das Stimm- und Wahlalter entweder auf 25 Jahre hinaufgesetzt werden, oder aber Kinder müssten bereits bei der Geburt stimm- und wahlfähig werden.

Wahl- und Stimmrecht mit 16 ist eine völlig willkürliche Setzung.

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