Wir müssen handeln - aber die Initiative ist ist nicht nachhaltig: Nicht nur die Industrie, auch der Staat ist verantwortlich.

Sorgen wir dafür, dass so etwas nie mehr vorkommt: Nah am Siedlungsgebiet werden chemische Substanzen einfach in eine Grube geschüttet, "ent-sorgt". Dies ist das beste Beispiel, wie die Sorglosigkeit einer früheren Generation die nächste belastet.
Denn: Bereits in den 70er Jahren konnte man die Umweltschädlichkeit von Deponien abschätzen. 1986 erlebte Basel die grösste Umweltkatastrophe seit dem Erdbeben von 1356. Schweizerhalle war aber nicht naturbedingt, sondern auch - wie die Deponien - menschengemacht. Die Mülldeponien in Muttenz widerspiegeln die unrühmliche Seite der Basler Wirtschaftstradition, weshalb sich die Wirtschafts- und Handelskammer und Gewerbeverband aus reiner Ideologie gegen die grüne Initiative wehrt.
Die Greenpeace-Studien belegen die Existenz der Deponien in Muttenz mit Daten und Fakten.
Doch nach Jahrzehnten der Passivität, kann der Staat mit seiner erst in den letzten Jahren wahrgenommenen Aufsichtsfunktion, nichts mehr 1 zu 1 nachweisen. Am runden Tisch kamen nun die Akteure aus Industrie und Staat zusammen. Sie sind daran, die richtige Lösung mit geteilter Finanzierung des Massnahmenfonds.

Die Grünen verlangen nun, 1) dass alle Kosten durch die Industrie gedeckt werden müssen und 2), dass die Deponien totalsaniert werden sollen.

Zu Nr. 1: Dies entspricht nicht dem Verursacherprinzip. (Verstösst gegen die sinnvolle Regelung im Bundesrecht)
Zu Nr. 2: Eine Totalsanierung ist nicht sachgerecht. Man soll zuerst schauen, was möglich und nötig ist. Denn eine Überwachung ist einer Totalsanierung dort vorzuziehen, wo die Sanierungsarbeiten selbst erst erhebliche Schäden hervorrufen (durch Freisetzen bestimmten Materials).

Fazit:
Die Initiative hat ihren Zweck erfüllt, ohne dass man sie annimmt: Sie hat Druck auf die Verhandlungspartner ausgeübt. - Lassen wir nun die Regierung auf eine für alle finanziell tragbare Lösung nach dem Gegenvorschlag hinarbeiten. Die Industrie zahlt ihren Beitrag, der Staat ebenfalls. - Und in Zukunft sorgen wir dafür, dass sowas auch in anderen Bereichen (wie der Kernenergie) nie mehr passiert.

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