Anstelle der Einführung eines pauschalen Minarettverbots sollte für jedes Baugesuch - bei Bedürfnis - eine Abstimmung auf Gemeindeebene durchgeführt werden.

Wäre es nicht möglich gewesen, auf ein allgemeines Minarettverbot zu verzichten, stattdessen aber für jedes einzelne Minarett-Baugesuch (bei Bedürfnis) eine Abstimmung auf Gemeindeebene durchzuführen?

Dieser Punkt erscheint mir insbesondere deshalb als sehr wichtig, weil Minarett nicht gleich Minarett ist. Da Minarette durch ihre Existenz keine Menschenrechte verletzen, fallen diese nicht in die selbe Kategorie wie beispielsweise Zwangsehen - sie sind nicht per definition schlecht. Baugesuche müssen von Fall zu Fall abgewägt werden. Meiner Ansicht nach spielen Faktoren eine Rolle:

Wer will das Minarett bauen? Um welche Gruppierung handelt es sich?
Welchen Sinn soll das Minarett aus Sicht der Gesuch-Stellenden haben?
Wo soll das Minarett gebaut werden?
Wie stehen die Gesuch-Stellenden zur Frage des Muezzins?

Nach Beantwortung dieser Fragen kann über den Bau eines spezifischen Minaretts aus meiner Sicht abgestimmt werden, jedoch erachte ich ein Pauschalverbot, dass die Chance, den Bau eventuell zu rechtfertigen, bereits im Ansatz zerstört, als zu generalisierend und somit diskriminierend.

Und auch wenn nach Beantwortung oben genannter Fragen jeweils ein "Nein, dieses Minarett sollte nicht gebaut werden" das Ergebnis ist, so hat man eine Religion immerhin nicht pauschal diskriminiert, sondern ihr die Chance gegeben, die lokale Bevölkerung von ihrem Vorhaben zu überzeugen - was aus meiner Sicht sehr viel demokratischer ist.

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