Eine Scheinlösung für ein Scheinproblem - hier werden Vorurteile geschürt, statt sich mit kultureller Vielfalt und ihren Konsequenzen auseinanderzusetzen

  1. Ausser den arabischen Touristinnen in Genf trägt kaum jemand in der Schweiz die Burka
  2. Gegen die angebliche oder tatsächliche Unterdrückung der Frau im Islam, deren Bekämpfung sich konservative Politiker neuerdings auf die Fahne geschrieben haben, nützt ein Verbot der Burka herzlich wenig. Wenn ein Mann seine Frau unterdrückt und sie um ihre Rechte bringt, so tut er das in erster Linie zuhause, sehr oft mit psychischer und physischer Gewalt - und nur am Rande mit Symbolen wie der Burka
  3. Wir haben in diesem Land - auch im Bereich der Integration von Menschen aus fremden Kulturen - definitiv grössere Probleme. Wann nehmen wir uns der fehlenden Chancengleichheit in Ausbildung und Arbeitsmarkt an? Wann kommt ein Vorschlag zu einer Integration, die nicht als reine Assimilation missverstanden wird? Wie finden wir die Balance zwischen berechtigten Forderungen an integrationswillige MigrantInnen (wie etwa dem Respekt vor Grundwerten wie Freiheit und Rechtsstaatlichkeit) und einem chauvinistischen Schweizertum, dem niemand genügen kann, der nicht allabendlich zum Fondue einen Differenzler klopft.

Wir sollten vielleicht auch selbst einmal die Burka, die unseren Geist zu umhüllen scheint, ausziehen und unser Blickfeld erweitern - statt der Windrichtung entsprechende populistische Rundumschläge zu verteilen.

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