Die Buchpreisbindung ist nicht nur ein unnötiger staatlicher Eingriff sondern schiesst auch am Ziel vorbei: Freuen können sich Internethändler aus dem Ausland

In der vergangenen Session und in der kommenden Session wird die Wiedereinführung der Buchpreisbindung distkuiert. Die Befürworter einer Wiedereinführung scheinen im Vorteil zu sein – unbegreiflich. Eine Rückkehr zur Buchpreisbindung ist nicht nur ein Rückschritt zur Überregulierung, sondern zeigt ebenso klar, wie dieser Eingriff am überflüssigen Ziel vorbeischiesst.

Mit einer Buchpreisbindung sollen die kleineren Buchhandlungen sowie die Buchlandschaft der Schweiz geschützt werden. Die Befürchtung besteht, dass die grossen „Buchdiscounter“ nur populäre Bücher anbieten und hochstehende Literatur (wer auch immer diesen Begriff diefiniert!) verdrängt wird.

Die Befürworter verkennen jedoch völlig, dass der Kampf auf dem Buchhandel in Zukunft nicht zwischen den Grosshändlern und kleinen Buchhandlungen stattfindet. Das ist längst passé. Mit einem Klick ist heute ein e-book gekauft. Anbieter wie Amazon und weitere Internetbuchhändler aus dem Ausland, das ist die Konkurrenz der Buchhänlder! Wie soll da ein starres Preiskorsett schützen? Und vor allem: Warum sollte man eine Industrie schützen? Die Textilindustrie wäre vor einigen Jahrzenten mit einer Leintuchpreisbindung ebenfalls nicht gerettet worden.

Die Tendenz zu mehr „Buchkonsum“ über Internet kann und muss nicht aufgehalten werden. Besser heute als morgen sollten sich die Buchläden überlegen, wie sie Kundschaft anlocken, wo ihre Marktlücken sind und mit welchen Services sie bestechen. Mit einem gebundenen Preis werden sie bestimmt nicht mehr Bücher verkaufen.

Auch das Argument der Verringerung der Vielfalt des Buchangebotes zieht nicht. Sollte es etwa passieren, dass die Händlerketten mit einem eintönigen Angebot aufwarten, existierte bereits ein Nischenmarkt für kleinere Buchhandlungen.

Eine Preisbindung ist und bleibt ein plumpes, etatistisches Instrument mit einem falschen Ziel.

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