Das Argument, die im Initiativtext verlangte Absicherung der Arbeitsplätze wäre zu teuer, ist inakzeptabel, wird hier doch Geld mit Menschenleben verglichen.

Weiter unten mein Leserbrief als Antwort auf einen Artikel im Bund vom 23. Oktober. Da jedoch letzten Montag bereits ein Leserbrief von mir abgedruckt wurde, habe ich keine grosse Hoffnung, dass dieser auch abgedruckt wird. Vielleicht kann ich ja hier trotzdem einige Leute damit erreichen.

Nun aber der Leserbrief:

Beat Steuri, Chef der Nitrochemie nahe Wimmis, ist aufgrund der Rüstungsexport-Initiative um die Existenz seiner Firma besorgt.
Es ist klar, dass solche persönliche Schicksale emotional stark zu Bewegen vermögen, und so wird das Argument der bedrohten Arbeitsplätze von den Initiativ-Gegnern denn auch oft verwendet.
Ein passender Gegenbericht aus einem Land, in dem die von uns hergestellten Waffen Menschenleben töten, bleibt allerdings aus. Ob diese Menschen wohl nicht auch Angst um ihre Existenz - im Sinne von Leben, und nicht von Arbeit! – haben?
Zumindest einen Teil dieser Leben könnten wir mit einer Annahme der Initiative retten, denn Nitrochemie ist einer der grössten Hersteller von Treibladungen für Kleinwaffen-Munition weltweit. Durch ebensolche Kleinwaffen sterben laut Amnesty International jeden Tag rund 1000 Menschen! Man vergleiche diese Zahl nun mit der Anzahl bedrohter Arbeitsplätze, die nota bene durch die Initiative abgesichert sind.
Das Argument, dass diese Absicherung zu teuer wäre, erscheint sehr unmenschlich und somit inakzeptabel, wenn wir uns bewusst machen, dass hier Geld mit Menschenleben verglichen wird.
Diese Initiative kann nur Ablehnen, wer der Wirtschaft einen höheren Stellenwert als der Ethik einräumt – ich hoffe doch sehr, dass die Abstimmung am 29.11. beweist, dass dies im überwiegenden Teil der Bevölkerung nicht Fall ist.

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