"Mangelnde Staatskunde lässt sich mit Stimmrecht 16 nicht beheben. Stimmrecht 0 würde dagegen die zukunftsgerichteten Kräfte stärken" schreibt Beat Kappeler ...

... in einem Artikel der NZZ. Weiter: "(...) Das Stimmrecht der Eltern für alle ihre Kinder verleiht hingegen jenen Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern wieder vermehrt politisches Gewicht, welche für die Zukunft der Bevölkerung schon etwas vollbracht haben und als Entgelt dafür auch auf Jahre hinaus mitbestimmen können sollen. Ein durchaus klarer Zweck also.

Die angerufenen Zwecke für ein Stimmrechtsalter 16 sind hingegen eher dritt- bis viertrangig. Die Jungen sollten so aktivere Bürger werden, heisst es. Sie sollten sich staatsbürgerliche Informationen holen. Oder: Wenn sie schon zu einer Berufslehre befähigt seien, dürften sie doch auch in der Politik mitreden. Es läuft eigentlich alles darauf hinaus, den offensichtlich gescheiterten Staatskundeunterricht der Schule mit einem Wurf der Jugend ins kalte Wasser zu kompensieren. (...)
Die Erhebungen nach der Einführung des Stimmrechtsalters 18 sind nicht ermutigend. Die Jungen strömen nicht in Massen zur Urne. Die Politiker verfallen da offensichtlich einem blossen Geschenke-Wahn, umso mehr, als dieses verschenkte Recht nichts kostet. Ein den Jungen angetragenes Recht, das diese nicht verlangt haben, ist von geringerem Wert und weitgehend wirkungslos. Die Politiker erhöhen mit dieser Stimmrechts-Expansion wiederum die neue Unübersichtlichkeit. Schon die Mündigkeit mit 18 Jahren lässt die Jungen Verträge eingehen, für welche die Eltern unter Umständen geradestehen müssen, bis die Kinder 20 sind. Das Stimmrecht mit 16 führt eine neue Schwelle auf einem anderen Gebiet ein. Es wäre richtig, wenn ein einziges Datum die Jungen in die Erwachsenenwelt eintreten liesse. (...)"

Der ganze Artikel: http://www.nzz.ch/2007/05/27/il/articleF7C5M.html

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