Erst PRO und CONTRA sauber auslegen - erst dann einschiessen!

Ich will mich nicht von Anfang an auf PRO oder CONTRA Volkswahl festlegen. Statt das Pulver zu verschiessen versuche ich eine Auslegeordnung zu machen:

PRO:

  • Bei den Bundesratswahlen 2007 kam es zu Demokratie-unwürdigen Spielereien gewisser Parteien (Kandidaten aufstellen, welche anschliessend nicht mal sich selbst die Stimme geben). Bei einer Volkswahl wäre dies nicht mehr möglich und alle müssten ihre Absichten transparent darlegen.
  • Ich halte das Volk für mündig genug, auf die sprachliche, regionale und politische Heterogenität zu achten. Zudem können Probleme dadurch gemindert werden, in dem nur von Parteien aufgestelte Kandidaten gewählt werden können. Und keine Partei kann es sich leisten, eine Region zu missachten, wenn sie denn dort nicht an Stimmen verlieren will.
  • Ich bin mir sehr sicher, dass es nicht zu einem reinen SP-SVP-Bundesrat kommen würde. Denn alle Parteien wären auf die Kooperation mit anderen Parteien angewiesen. Wir haben ja schon auf kantonaler Ebene die Majorz-Wahl von Regierungsräten. Und da funktioniert es ja.

CONTRA:

  • Es würde zu einer zusätzlichen Politisierung des Alltags kommen, da wir nebst den 8 Monaten Wahl- und Abstimmungskampf in der Schweiz zusätzlich noch mit diesen gross angerührten nationalen Kampagnen berieselt würden (die Werbebranche allerdings würde sich freuen).
  • Die Kandidaten müssten sich gegenseitig in Versprechen übertrumpfen, welche sie anschliessend wohl eh nicht halten könnten. Dies würde die Politikverdrossenheit schüren.
  • Der Bundesrat krankt momentan daran, keine Strategen sondern nur Eiskunstläufer (ich will niemendem zu Nahe trete; aber eine schlagkräftige Hockey-Mannschaft wäre mir lieber) zu haben, welche jeden Sonntag ihre Kür in besten Licht zu präsentieren versucht. Dieses Problem würde durch die Volkswahl wohl kaum verändert.
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