Symptombekämpfung hilft niemandem. Ein Verbot wäre auch gar nicht durchsetzbar.

Der Konsum von "Gewaltspielen" ist wenn überhaupt ein Symptom aber nicht die Ursache von Gewaltausbrüchen oder gar Amokläufen. Dazu hat die NZZ mal einen fundierten Artikel gebracht: nur 8% (!!) der Amokläufer konsumierte "Gewaltspiele". Wesentlich auffälliger waren deren Blog- und Facebookeinträge, in denen diese ihre Taten angekündigt hätten. Würde man derartigen Indizien mehr Gewicht schenken, hätte ein guter Teil der Amokläufe verhindert werden können.
Ausserdem: gut, wir verbieten "Gewaltspiele" in der Schweiz. Und was dann? Piratebay ahoi!
Politiker die keine Ahnung von heutigen Realitäten haben sollten einfach nicht Entscheide von derartiger Reichweite treffen dürfen. Deshalb bin ich geradezu euphorisiert, dass nun auch in der Schweiz ein Ableger der Piratenpartei gegründet wurde.
Und was käme nach dem Verbot der "Gewaltspiele" (noch schöner: "Killerspiele")? Das Verbot der Rennspiele da diese künftige Generationen von Rasern hervorbringen?
Bürger, wehrt euch gegen die Einschränkungen eurer Freiheit!

Dazu noch eine Anmerkung: die Geschichte zeigt, dass jedes Medium in seinen Anfangsjahren sehr kritisch beäugt wurde. Die Kirche forderte ein Verbot des Buchdrucks, da so gefährliche Gedanken in die Köpfe der gefälligst braven Untergebenen gepflanzt würden. "Die Leiden des jungen Werther" trieben zugegebenermassen einige unglückliche Naturen in den Tod, aber die hätten auch so den Freitod gesucht. Und heute? DLDJW stehen auf der Leseliste des Instituts für Germanistik an der Uni Bern: http://www.germanistik.unibe.ch/pdffiles/leseliste2008.pdf (Seite 3); und sicher nicht nur hier!

Ausserdem: Es besteht schon heute die Möglichkeit, gegen extrem gewaltverherrlichende Spiele wie etwa Manhunt 2 vorzugehen. Wurde meines Wissens nach in der Schweiz indiziert!

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