Ein Verbot ist gegen die Verfassung: Art. 5.2, Art. 17.2, Art. 21, Art. 36.2/3. Geschmacklosigkeit ist kein Rechtfertigungsgrund für Zensur.

Aus der Bundesverfassung:

«Art. 5 Grundsätze rechtsstaatlichen Handelns [...] 2. Staatliches Handeln muss im öffentlichen Interesse liegen und verhältnismässig sein. [...]»

Die Öffentlichkeit ist nicht davon tangiert, wenn Privatpersonen zu Hause Spiele spielen, auch wenn diese Spiele noch so appetitlich und brutal sind. Ein direkter Einfluss von gewalthaltigen Spielen auf reale Gewalt konnte noch nicht nachgewiesen werden. Ein Verbot gewisser Computerspiele liegt daher nicht im öffentlichen Interesse und ist auch nicht verhältnismässig. Verhältnismässig wären allenfalls Jugendschutzbestimmungen, aber auch da besteht dank der freiwilligen Umsetzung von PEGI durch die Wirtschaft kein Handlungsbedarf.

«Art. 17 Medienfreiheit [...] 2. Zensur ist verboten. [...]»

Man könnte nun darüber streiten, ob das Zensurverbot auch bei Computerspielen gilt, die nicht unbedingt zur freien Meinungsbildung notwendig sind und nicht der Verbreitung von Information dienen, doch Artikel 21 stellt klar, dass auch Kunst nicht zensiert werden darf:

«Art. 21 Kunstfreiheit; Die Freiheit der Kunst ist gewährleistet.»

Das schützt definitiv die Computerspiele, denn Computerspiele sind auch eine Form von Kunst. Eine Zensur ist verboten, ein Verbot verfassungswidrig.

«Art. 36 Einschränkungen von Grundrechten [...] 2. Einschränkungen von Grundrechten müssen durch ein öffentliches Interesse oder durch den Schutz von Grundrechten Dritter gerechtfertigt sein. 3. Einschränkungen von Grundrechten müssen verhältnismässig sein. [...]»

Auch hieraus ist klar, dass ein Verbot von Gewaltspielen verfassungswidrig ist. Ein öffentliches Interesse an der Kontrolle des Privatlebens von Computerspielern besteht nicht. Verhältnismässig ist ein Totalverbot erst recht nicht, verhältnismässig wären allenfalls Massnahmen für den Jugendschutz, die den Verkauf an noch nicht volljährigen Personen verbieten. Hier ist Gegenteil Artikel 13 zu beachten, der ein eben solches Recht auf Schutz des privaten Umfelds, und damit mindestens das Recht auf Spielen aller Arten von Spielen in privaten Räumen garantiert:

«Art. 13 Schutz der Privatsphäre; 1. Jede Person hat Anspruch auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens, ihrer Wohnung sowie ihres Brief-, Post- und Fernmeldeverkehrs. [...]»

Fazit: Ein Totalverbot von Spielen auch für Erwachsene ist verfassungswidrig.

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