Florian Signer (PNOS), analysiert in seinem Artikel "Warme Warnung - Kritik an der Homosexualität" die Gefahren der Homosexualität.

Vor ein paar Tagen flatterte ein Mail von Pink Cross rein, mit der Bitte eine Sammelklage gegen einen Artikel von Florian Signer, Vorsitzender der Sektion Appenzell der PNOS (Partei National Orientierter Schweizer) zu unterstützen. Habe ich gerne getan. Leider ist die Einreichefrist am vergangenen Freitag abgelaufen, kann also nicht um weitere Unterstützung bitten. Aber auf den Artikel hinweisen, der mir so weltfremd, aber auch so bedrohlich erscheint.

Um was geht es?

Florian Signer, der Verfasser des Artikels, ist laut eigener Bezeichnung Geostratege (hm!!) und Vorsitzender Sektion Appenzell der PNOS. Die PNOS ist die Partei National Orientierter Schweizer. Das Bundesamt für Polizei hat die PNOS zur rechtsextremen Organisation eingestuft.

"Warme Warnung - Kritik an der Homosexualität" betitelt der Rechtsextreme den Artikel. Einleitend erklärt er, dass sein Artikel kein persönlicher Angriff auf Homosexuelle sei. Er selber habe keinen Grund, Homosexuelle zu diffamieren, da er selber Homosexuelle kenne, die ihm menschlich durchaus sympathisch seien. Es gäbe auch Homosexuelle im patriotischen Widerstand, welche sich z.B. durch den Islamismus bedroht sehen.

Die Homosexualität steht seiner Meinung nach an einem Scheideweg. Es hätte seines Erachtens den konstruktiven Weg gegeben, dass sich die Homosexuellen für ihre Heilung einsetzten. Sie hätten sich der Wissenschaft zur Verfügung stellen können, die erforscht hätte, ob Homosexualität körperlicher Natur (z.B. hormonbedingt) oder geistiger Natur (z.B. Psychosen) sei. Stattdessen hätten Homosexuelle "Rechte" gefordert. Homosexuelle seien bemüht, ihre Neigungen zu verbreiten. Eine eigene Flagge, Paraden, Ikonen, Homo-Ehe und immer weitere Forderungen seien ein Indiz dafür, dass die Homosexualität zu einer Pseudoreligion entartet sei.

Da in Europa fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung homosexuell sind, seien fünf bis zehn Prozent "unfruchtbar" und seien demografische Deserteure. Die Medien seien für Homosexuelle ein effizientes Werkzeug um ihre "Missionierung" voranzutreiben. Die demografische Abwärtsspirale Europas würde damit dramatisch verschärft.

"Was Homosexualität aus meiner Sicht auch gefährlich macht, ist die Tatsache, dass sie (indirekt) Pädophilie unterstützt. Homosexuelle wurden lange geächtet, jedoch ist es ihnen gelungen, sich für ihre gesellschaftliche Akzeptanz einzusetzen und eine starke (Medien-)Lobby aufzubauen. Doch damit würde die Büchse der Pandora geöffnet; denn wenn man Homosexualität akzeptieren kann, warum soll man dann nicht auch Pädophilie akzeptieren?"

Natürlich folgt im Artikel auch der Hinweis auf die Gefahren bei einer Adoption und schlussendlich führt Herr Signer auch noch Lösungsansätze auf. Aus seiner Sicht gäbe es mehrere Möglichkeiten: Die "russische" Lösung: Homosexualität in der Öffentlichkeit sowie homosexuelle Propaganda stehen unter Strafe; währenddessen das traditionelle Familienbild gefördert wird. In Russland gäbe es statt der "Homo-Flagge" eine "Familien-Flagge". Dann gäbe es eine medizinische Lösung: Homosexualität müsse erforscht werden mit dem Ziel sie heilbar zu machen. Für Homosexuelle sollten Anreize geschaffen werden, sich heilen zu lassen. Ausserdem der "Homo-Deal": Homosexualität bleibt akzeptiert, jedoch sollten Homosexuelle eine "Homo-Steuer" zahlen, damit die traditionellen Familien finanziell gefördert werden könnten.

In seinem Schlusswort schreibt er dann, dass es ihm wichtig war, einen sachlichen und kritischen Beitrag zum Thema Homosexualität zu verfassen. Er hoffe, dass er selbst Homosexuelle zum Nachdenken anregen könne.

Hm! Nun gut, was will man von einer rechtsextremen Partei erwarten? Aber den ganzen Unsinn, dann auch noch als sachlich zu betiteln, ist mehr als gewagt. Herr Signer ist es wohl entgangen, dass ausserhalb von seinem patriotischen Kreis der heilen Welt, die traditionelle Familie eher eine Minderheit darstellt. Es wird ihm wohl auch entgangen sein, dass häusliche Gewalt und pädophile Übergriffe gerade unter dem Deckmantel der heilen Welt getätigt werden, weil sich in dem Umfeld seltener jemand traut einen Vorfall zur Anzeige zu bringen. Es wird ihm auch entgangen sein, dass pädophile Übergriffe meist nicht von offen homosexuell lebenden Menschen begangen werden. Und wenn Homosexualität heilbar sein sollte, wieso dann nicht auch Heterosexualität? Rotten wird doch gleich grundsätzlich Sexualität aus. Erstaunlich, dass so ein Schwachsinn im Jahr 2018 noch publiziert werden darf und gut, hat Pink Cross eine Sammelklage eingereicht!

Der Artikel und die Stellungnahme von Pink Cross:

https://www.danielcpeter.ch/2018/09/24/warme-warnung-kritik-an-der-homosexualit%C3%A4t-beitrag-der-pnos-vom-28-08-2018/

https://www.danielcpeter.ch/blog/

182 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.

7 weitere Kommentare
21 weitere Kommentare
6 weitere Kommentare
7 weitere Kommentare

Mehr zum Thema «Diskriminierung»

zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production