Haben die ganz einfachen Lösungen der SVP endlich ausgedient?

Nach etlichen Niederlagen der Partei, die gerne für alle den Volkswillen definiert, sieht es endlich so aus, als hätte ein grosser Teil der Wähler verstanden, dass diese Partei keine konstruktive Politik machen und tragfähige Mehrheiten bilden kann - und deshalb auch als grösste Regierungspartei wenig bis nichts bewegen kann.

Das Gespräch von Christoph Blocher mit Roger Schawinsiki zeigt den Realitätsverlust auf, der in einem Teil der Partei fast schon als "pathologisch" zu bezeichnen ist. Das weinerliche Interview mit dem Noch-Parteipräsidenten Rösti dient nur noch als Beweis für die fehlende Fähigkeit zur Selbsterkenntnis und -kritik: «Unsere Wähler laufen nicht über, sie bleiben einfach zuhause».

Und nach dem erfolglosen Versuch, die BaZ als Parteiorgan zu etablieren und den neuen Berlusconi in der Schweiz zu installieren, titelt der Blick dieses Wochenende Partei in Angst.

Es würde mich echt freuen, wenn die Schweizer Wähler die Partei endlich dazu zwingen, zu konstruktiver Politik zurückzufinden und ihre Position friedlich und fair einzubringen. Der primitive Klartext, der die angebliche political correctness zu bekämpfen vorgab, war nichts anderes als dümmliche Demagogie, die ich für sehr gefährlich halte. Zum Glück gingen diesen "Volksverstehern" endlich die Probleme aus, die sie damit bewirtschaften konnten, ständig alle anderen niederzumachen und mit Hass anstatt nachhaltigen und menschenwürdigen Lösungen ihre Wählerschaft bei der Stange zu halten. Wenn diese Wählerschaft jetzt tatsächlich enttäuscht zu Hause bleibt, dann geht es nicht darum, dass die Masseneinwanderungsinitiative nicht nach den Vorstellungen der Initianten umgesetzt wurde, sondern darum, dass diese Partei immer noch nicht verstanden hat, wie man sich in einer Konkordanzdemokratie durchsetzen kann.

Ich hoffe, dass wir daher nicht in einer ähnlichen Situation wie die Amerikaner erwachen, die sich aktuell nicht mal mehr fragen, weshalb sie Politiker wählen, die sie nachweislich Tag für Tag anlügen. Wer die direkte Demokratie wirklich liebt und achtet, sollte derartiges Verhalten bei der nächsten Gelegenheit abstrafen.

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