Worum es in Nobillag wirklich geht

Wer wenig Zeit hat, kann gleich zum Fettdruck scrollen.
Es wurde viel über die SRG geredet, über die realistischen und unrealistischen Folgen der Initiative. Einiges wurde leider nur sehr selten erwähnt.
Mittlerweile wissen die meisten, dass sich die SRG zu 75% von Gebühren und zu 25% aus Werbung finanziert. Dass aber auch die privaten Konzessionsinhaber zu 60% von Gebühren leben erwähnt leider kaum jemand. Der Unterschied zwischen der „bösen“ SRG und den „lieben“ Privaten ist nämlich gar nicht so gross.
Es wurde über den Initiativtext geredet, der dem Bund direkte und indirekte Subventionen sowie das Einziehen von Empfangsgebühren verbietet. (und den die Initianten nun selber unterlaufen wollen mit ihrem Plan B, der alte öffentliche Gelder durch neue öffentliche Gelder ersetzen soll. Entweder glauben sie selber nicht mehr an ihre Initiative, oder sie haben die Pinocchio-Strategie des Gewerbeverbands übernommen).

Viel zu wenig besprochen wurde das, was die Initianten aus der Verfassung streichen wollen. Heute ist eine Konzession nämlich mit der Verpflichtung zu sachlicher, ausgewogener Information verbunden. Mit einem Ja zu NoBillag geht die Konzessionen aber an den Meistbietenden, und der kann damit machen , was er will. Damit öffnet NoBillag Tür und Tor für Fake News. Christoph Blocher und andere Superreiche mit politischer Agenda können Propaganda-Sender einrichten.

Im Zweifelsfall Nein stimmen

Manch einer überlegt sich ein „taktisches Ja“, damit die Initiative möglichst knapp abgelehnt wird. Bitte, liebe Stimmbürger, tun Sie das nicht. Die Vorlage ist zu gefährlich für Spielchen. Und ja, es ist ein Spielchen, wenn man ja stimmt und gleichzeitig auf ein Nein hofft. Dafür wurde die direkte Demokratie nicht geschaffen. Sie gibt dem Bürger grosse Macht und grosse Verantwortung.
Wem das eine oder andere Detail der SRG nicht gefällt, der kann bei dem Verein Mitglied werden und mitreden. Ja, die SRG ist ein Verein mit 24000 Mitgliedern, der jedem offensteht. Kein anonymer Staatsapparat. Im Gegenteil. Das öffentliche Fernsehen ist nirgends so staatsfern wie in der Schweiz. Oder eine Beschwerde schreiben. Habe ich auch schon in zwei Fällen getan. Aber wenn Sie, liebe Leser, nicht mitschuldig sein wollen, dass sachliche Information durch Kommerz und Propaganda ersetzt wird, dann stimmen Sie nein.

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