Frauen aller Kantone, vereinigt euch!

  1. Februar 2018, SRF Arena: Gleich mehrere Ansichten und Wortmeldungen werden abseits stramm wirtschaftsliberaler Kreise für Aufsehen gesorgt haben.

Christian Wasserfallen, FDP, glaubt, der freie Markt würde die Lohngleichheit zwischen Mann und Frau selbständig herstellen. Wundersame Kräfte, die man diesem ominösen Markt andichtet. Bald werden vermutlich auch Minderheitenrechte nicht mehr nötig sein, da ein weiterer Liberaler eine smith’sche Eingebung erhält, dass diese ebenso durch den freien Markt garantiert werden. Argumente und faktenunterfütterte Positionen wurden reichlich ausgetauscht, die grundsätzliche Metaebene aber tunlichst ausgelassen. Wie kommt man auf die abenteuerliche Idee, dass gerade eine Nation, in der 1990 (!) noch Stände zur Einführung des kantonalen Wahl- und Stimmrechts für Frauen gezwungen werden mussten, die Gleichstellungsdebatte nicht mehr nötig hätte? Wie kommt man auf die Idee, dass eine Nation, die sich über ein halbes Jahrhundert mehr Zeit für das allgemeine Frauenwahlrecht als seine Nachbarländer liess, die Gleichheit der Geschlechter de jure und de facto erreicht hätte? Wie kommen Bürger eines Staates auf die Idee, frauen- und männerdominierte Berufsfelder nicht neu betrachten zu müssen, wenn soziale «Frauenberufe» in staatlichen Institutionen unverschämt schlecht bezahlt werden, militärische «Männerberufe» unter Hoheit desselben Staates jedoch hohe vierstellige Beträge abwerfen? - Erst recht, wenn selbst die neo-liberalen Argumente der ökonomischen Wertschöpfung nicht mehr funktionieren, da ein Berufsunteroffizier, der bereits gelernten Lageristen das Gabelstaplerfahren «beibringt», keinen höheren wirtschaftlichen Output erzielt als eine Altenpflegerin.
Vor welcher Auseinandersetzung und vor welcher Konsequenz fürchtet man sich?

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