Das Tramprojekt Bern-Ostermundigen ist ökologisch und sozial nicht zu verantworten. Vera Weber und Philipp Roch unterstützen uns. Die Gründe:

  • Dem Tramprojekt würden etwa 200 geschützte grosskronige Alleebäume zum Opfer fallen. Bäume sind für das Klima (Überhitzung der Städte!) und das Wohlbefinden von Menschen und Tieren wichtig. Das Fällen von gesunden Alleebäumen ist ein No Go. Deshalb unterstützen uns die Umweltaktivistin Vera Weber und der frühere WWF-Direktor Philipp Roch.
  • Das Tramprojekt bindet ¼ Milliarde Franken. Das Geld fehlt anderswo. Mit dem "Sparprogramm" wird im Kanton Bern auf Kosten der Armen, Kranken und der Bildung abgebaut.
  • Nun höre ich manchmal das Argument:
  • «Das stimmt alles, auch wir bedauern, dass Bäume gefällt werden müssen und gegen das Sparpaket sind wir sowieso. Aber das Tram fördert das Umsteigen auf den ÖV, das ist uns jetzt wichtiger». Diese Leute unterliegen einem fundamentalen Fehlschluss:
  • Der ÖV würde nur dann gefördert, wenn gleichzeitig die Erreichbarkeit des Stadtzentrums mit dem Auto vermindert würde. Doch gerade das Gegenteil ist der Fall! Nicht nur die Ostermundigenstrasse würde mit dem Bau des Trams massiv verbreitert, für den Ausbau des Autobahnnetzes auf Stadtgebiet und der Zubringerstrassen sind Milliardeninvestitionen geplant!
  • Allein der unterirdische Bypass auf der kurzen Strecke zwischen Muri und Wankdorf soll 2 1/2 Milliarden Franken verschlingen! Viele Trambefürworter sitzen zugleich im Bypass-Komitee – was für ein Widerspruch!
  • Alle verkehrspolitischen Strategien aus grüner und linker Sicht nennen als erste und wichtigste Forderung die Verkehrsvermeidung. In Bern hingegen schreibt man in phantasieloser Weise die Verkehrsentwicklung der vergangenen 20 Jahre in die Zukunft fort und kommt damit zu völlig absurden, wenn auch stetig wechselnden Prognosen über das Verkehrswachstum.
  • Die Berner Stadt- und Verkehrsplanung ignoriert alle Indikatoren, die auf einen Wachstumsrückgang und damit auch auf eine Abnahme des Bedarfs an neuen Verkehrsanlagen hindeuten:

o Rückgang der Zuwanderung
o steigender Wohnungsleerbestand
o markant bessere Ausnützung der bestehenden Verkehrsflächen durch neue Verkehrssysteme
o Homeworking statt Pendeln
o Einkaufen im Internet statt Fahrt in die Innenstadt.

  • Nun haben (auch falsche) Prognosen leider die Tendenz, sich selber zu erfüllen, da sie als Richtschnur des politischen Handelns dienen. «Weil die Verkehrszunahme (offenbar schicksalhaft) weitergeht, müssen wir …. z. B. das Tram bauen … und weil das Tram kommt, wird das «Bären-Hochhaus» in Ostermundigen – gleich neben dem halbleerstehenden ehemaligen Swisscom-Hochhaus, gebaut. Die Beispiele liessen sich beliebig vermehren.
  • Als Grün-alternative und Teil der Décroissance-Bewegung für Wachstumsbegrenzung fragen wir bei einem neuen Bau-Projekt immer: Ist es nötig? Könnte es nicht auch kleiner, einfacher und bescheidener realisiert werden? Welches sind die Folgen und Auswirkungen?

Wir haben das Tram nach diesen Massstäben gewogen – und bei weitem zu leicht befunden.
Deshalb Nein zur kantonalen Tramvorlage am 4. März!

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Kommentar von Barbara Sägesser:

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