up(s)! Arena did it again …

In der gestrigen Arena-Sendung wurden bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr Mitglieder der Unabhängigkeitspartei (up!) eingeladen. Nachdem sie zu Beginn des Jahres gegen die Billag-Gebühren aufmarschierten, präsentierten sie gestern ihr libertäres Weltbild noch deutlicher, als es um den Bundesbeschluss über die Finanzordnung 2021 ging. Kurzum: Das Volk soll dem Bund weitere 15 Jahre das Recht einräumen, Bundes- und Mehrwertsteuern zu erheben - die wichtigsten Einnahmequellen des Staates. Die zwei Studenten und up!-Mitglieder möchten dem Bund dieses Recht verweigern und rund zwei Drittel der staatlichen Einnahmen streichen. Der Bürger soll mehr oder minder selbständig für seine Altersvorsorge, seine sozialen Begehrlichkeiten und sein Eigentum sorgen (können). Lediglich Polizei, Militär und Justiz sollen das Recht auf Eigentum sichern und durchsetzen. Die (zum Glück) Kleinstpartei offenbarte daher erneut, wessen (Un)Geistes Kind sie sind: Das System der AHV sei sozialistisch, der Solidargedanke ungerecht und man dürfe Menschen nicht zur Bezahlung von Leistungen zwingen, die sie nicht bezahlen möchten. Als St. Galler frage ich mich daher seit gestern, ob die Herren der up!Schweiz möglicherweise Recht haben: [Polemik]Ich subventioniere erst als Steuerzahler deren HSG-Studium mit, dann die öffentlichen Verkehrsmittel, auf die sie angewiesen sind und zu guter Letzt die Billag-Gebühren, die sicherstellen, dass solche Knalltüten den entsolidarisierten Pfad in mehreren Arena-Sendungen gebetsmühlenartig herunterstottern dürfen.[/Polemik]
Doch wer auch jetzt noch nicht an libertärem Hirnschwund leidet, der wird auch weiterhin einsehen, dass Volk und Staat keine konkurrierenden Unternehmen sind, sondern ein und dasselbe.

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