Was meinen eigentlich unsere Kreativen zu No Billag?

Mike Müller sagt zu seinem Engagement, dass man über den Service public streiten solle und müsse. «Schweizerdeutsche Serien wie ‹Wilder› oder ‹Der Bestatter› lassen sich aber nur mit Gebühren finanzieren. Private oder ausländische Anbieter können Serien für einen so kleinen Markt nicht finanzieren.» Die Frage sei also: «Wollen wir uns das leisten? Die Frage kann man mit guten Argumenten verneinen. Ich fände es schade, zugegebenermassen als Macher, aber eben auch als Zuschauer.»

Der Bestatter greift in die Billag-Schlacht ein

Der Verband SCHWEIZER MEDIEN (VSM) befürwortet ein starkes, demokratierelevantes Service-public-Angebot durch die SRG mit klarem Fokus auf Information. Gleichzeitig fordert der VSM faire Rahmenbedingungen für Private.

SERVICE PUBLIC Position Verband SCHWEIZER MEDIEN

Suisseculture lehnt die Initiative zur Abschaffung des Service Public in den Medien klar ab und fordert die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger auf, ein Nein in die Urne zu legen.

Die Annahme der Initiative würde nicht nur das Ende der Existenz aller SRG-Medien bedeuten, sondern auch zahlreicher lokaler Privatsender, welche dank Gebühren das regionale Kulturleben vermitteln und bereichern. Dieser Kahlschlag bedeutet einen direkten Angriff auf die Grundlagen unserer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft.
...
Privat finanzierte gewinnstrebende Medien werden sich nie in gleichem Masse der Kultur in unserem Lande und unseren Regionen widmen. Sie suchen beim radiophonen und televisuellen Schaffen nicht in erster Linie Qualität und Nachhaltigkeit, sondern raschen, quantitativen Erfolg.
Daher Nein zur No-Billag Initiative und somit Nein zur Schwächung der kulturellen Vielfalt der Schweiz.

Nein No Billag, Resolution der nationalen Konferenz von Suisseculture vom 14. Dezember 2017

Nach dem deutlichen Ja der Zürcher SVP zur No-Billag-Initiative: Wie stehen private Radio- und TV-Stationen zur übermächtigen SRG? Die Initiative sei «hochgefährlich für unser Land», sagt einer der Chefs. Ein anderer befürchtet ein «mediales Trümmerfeld».

So stimmen die Privaten an der Urne ab

Und sogar Eric Gujer sagt hier klipp und klar in der NZZ:

Das Vakuum nutzen die Urheber der No-Billag-Initiative aus. Mit ihrer Forderung nach einem Totalverbot der Gebühren denken sie allerdings genauso in Schwarz-Weiss-Kategorien wie ihre strukturkonservativen Gegner. Unter solchen Bedingungen ist keine Debatte darüber möglich, wie der Medienmix in Zukunft aussehen und welche Rolle dabei eine stark redimensionierte SRG spielen könnte. Die Stimmbürger stehen daher vor einer in jedem Fall unbefriedigenden Wahl.

Eric Gujer schiesst scharf gegen die SRG

Und hier finden Sie die Gegner der Initiative:

Setzen Sie hier und jetzt ein positives Zeichen für eine starke Medienlandschaft in der Schweiz. Teilen Sie Ihrer Community mit einem Testimonial mit, was Sie rund um die Medienzerschlagungsinitiative bewegt. (Achtung: Wir können nur Testimonials mit einem Porträtfoto freischalten.)

Ihre Botschaft gegen No Billag

Nun will eine Gruppe von Radikalen an dieser Säule Sprengstoff deponieren. Sie gefährden damit nicht nur die Medienlandschaft in der Schweiz, sondern auch die Demokratie, indem sie folgenden Absatz - und damit die Grundversorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Informationen – aus der Verfassung streichen wollen:

Radio und Fernsehen tragen zur Bildung und kulturellen Entfaltung, zur freien Meinungsbildung und zur Unterhaltung bei. Sie berücksichtigen die Besonderheiten des Landes und die Bedürfnisse der Kantone. Sie stellen die Ereignisse sachgerecht dar und bringen die Vielfalt der Ansichten angemessen zum Ausdruck.

Nein zum Anschlag auf unsere Demokratie

Und ein offizielles Statement von unserer Regierung:

Bundesrat lehnt Volksinitiative "Ja zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren" ab

Ich empfehle ein klares NEIN zu No Billag: die Initiative ist keine Einladung zur Diskussion über den Umfang des Service Publics in den Schweizer Medien - es ist die Einführung eines diesbezüglichen Denkverbots auf Verfassungsstufe. Für mich gehört nicht in die Verfassung, was der Markt selber regeln kann. Sollte die SRG tatsächlich überflüssig werden, löst sich das Problem von selbst. Bis dahin sichern unsere Gebühren auch die Arbeit von Schweizer Kreativen und Journalisten und machen uns ein klein wenig unabhängiger von ausländischen Produktionen - u.a. auch damit, dass die Reichweiten für eine sinnvolle Vermarktung von Werbung in Schweizer Hand gehalten werden.

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