AfD: Der Rechtsextremismus frisst seine eigenen Kinder

Die AfD wird immer radikaler. Nachdem die radikale Frauke Petry vor zwei Jahren den „gemässigten“ Bernd Lucke entmachtet hatte, wird sie selbst von noch radikaleren Kräften innerhalb der AfD abserviert. Jetzt haben in der AfD definitiv die Rechtsextremen und Verschwörungstheoretiker das Sagen.

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Schon unter Lucke rechtsextreme Tendenzen

Bernd Lucke, Mitgründer und Parteichef der AfD bis 2015, wollte seine AfD als Wirtschaftspartei für Euroskeptiker verkaufen. Diese Bezeichnung war schon damals unglaubwürdig, denn schon damals war die AfD ein Sammelbecken von Rechtspopulisten, Rechtsextremen, Antisemiten, Muslimfeinden und Verschwörungstheoretikern. Von „Wirtschaftspartei“ war schon damals wenig feststellbar. Die Schwerpunkte lagen schon damals in einer fremdenfeindlichen Flüchtlingspolitik und populistischen Anti-EU-Parolen. In der Parteileitung waren die Rechtsextremen damals allerdings noch nicht vertreten und von Seiten der Parteileitung wurden keine rassistischen Parolen offen ausgesprochen.

Petry entmachtet Lucke

Im Juli 2015 wurde Bernd Lucke am Bundesparteitag der AfD vom radikalen Parteiflügel um Frauke Petry entmachtet. Die AfD verabschiedete sich definitiv von der „Wirtschaftspartei“. Lucke und seine Gefolgsleute gründeten wenig später eine neue Partei, die Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA), die sich dann im November 2016 in Liberal-Konservative Reformer (LKR) umbenannte. 5 von 7 Europaabgeordneten der AfD wechselten zu Luckes LKR. Auf nationaler Ebene ist die LKR allerdings in der Bedeutungslosigkeit verschwunden und auch nicht zu den Bundestagswahlen 2017 angetreten.

In den letzten zwei Jahren haben – auch als Folge der Wahlerfolge in den Bundesländern – immer mehr extreme Kräfte an Einfluss innerhalb der AfD gewonnen. So Björn Höcke, Landesvorsitzender der AfD Thüringen, oder der Stellvertretende Parteivorsitzende Alexander Gauland. Verschiedene Vertreter des rechtsradikalen Flügels der AfD fallen durch öffentliche völkisch-rassistischen Aussagen auf. Der Holocaust wird relativiert oder teilweise gar geleugnet.

Jetzt haben die Rechtsextremen das Sagen. Alexander Gauland, Björn Höcke und die ausgebooteten Frauke Petry und Bernd Lucke (von links nach rechts) im Juli 2014.

Petry wird die Geister, die sie rief, nicht mehr los

Frauke Petry, die bei der Entmachtung von Lucke auf diese extremen Kräfte angewiesen war, verliert immer mehr die Kontrolle über die Partei. Im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 wird sie ausgebootet. Alexander Gauland und Alice Weidel werden zu den Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl ernannt. Die Ankündigung von Petry, nicht in der AfD-Fraktion zu politisieren und aus der Partei auszutreten, ist die logische Konsequenz dieses verlorenen Machtkampfs.

Ein Blick auf die gewählten Bundestagsabgeordneten der AfD zeigt, die Partei wird heute geprägt durch Rechtsextreme, Holocaust-Bezweifler, Rassisten und Verschwörungstheoretiker.

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