Sichere Altersvorsorge – liebe Bundeshäusler – jetzt Mut zur Nachhaltigkeit!

Der Hintergrund
Unser Rentensystem basiert auf drei Säulen, wie die Akropolis etwas verlottert, aber vom Volk beliebt, als handle es sich um das Goldene Kalb am Fusse des Bergs Sinai. Das Übel begann in einer kalten Vorzeit, als der deutsche Kanzler Otto von Bismarck die neue Monarchie mit deutschen Kaisertum in die Neuzeit retten wollte. Die Armut war damals in Europa weit verbreitet, die Schweiz hatte es damals gerade erst aus den Tiefen eines Entwicklungslandes geschafft. Das Zauberwort hiess „Versicherung gegen Krankheit, gegen Unfall und gegen die Altersarmut“. Das Ziel dieser Sozialisierung war, dass die Spitzen der absoluten Armut überwunden werden, und vor allem: Das eine Revolution gegen Kaiser und Königreich verhindert werden konnte.

Zwischen 1883 und 1925 wurde auch in der Schweiz viel diskutiert, aber eine erste Vorlage zu einer AHV scheiterte 1931 an der Wahlurne. Unter dem Hammer des 2. Weltkrieges und den entsprechenden Vollmachten des Bundesrats trieb dieser trotz Volks-Nein die AHV Pläne weiter, um besonders die finanziellen Folgen der militärischen Absenz der Männer an der Landesgrenze abzufedern. Die Erinnerung an die Jahre nach dem ersten Weltkrieg war noch gut präsent. So bildete er die die Lohn- und Verdienstersatzordnung für die Militärdienstleistenden – die heutige Erwerbsersatz-ordnung – ,die hinsichtlich Organisation und Finanzierung die Grundlage für die AHV bildete. Quelle

Anlässlich der Volksabstimmung vom 1. Juli 1947 wurde dann das Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung angenommen, am 1. Januar 1948 trat das entsprechende Gesetz in Kraft. Die Minimalrente betrug damals CHF 40, was inflationsbereinigt heute CHF 183 ausmachen würde. Somit liegt es auf der Hand, dass die Befürworter der AHV nicht etwa ein bedingungsloses Grundeinkommen für die Rentner schaffen wollten, sondern einen Notbatzen, um nach Bismarcks Idee die gröbsten Härtefälle abzufedern.

Von damals bis heute floss viel Wasser den Rhein hinunter. Die Schweiz mauserte sich innert einem Zeitraum von knapp 200 Jahren von Armenhaus zum reichsten Land der Erde. Nur noch ganz wenige, vor allem freiwillige Menschen gelten als Obdachlos; die allermeisten haben im Winter beheizte Häuser, und Übergewicht ist heute eine Volkskrankheit. Die Freuden an einem imaginären Füllhorn ist gross; ab dem Erreichen des Rentenalters bis zur Beerdigung ausgesorgt zu haben. Im Verlauf der allgemeinen Preissteigerung wurde die AHV Rente als zu knapp angesehen. Gleichzeitig zeichnete sich ab, dass immer weniger Arbeitnehmer immer mehr für die Renten der Alten arbeiten mussten, weshalb das stete Erhöhen der Lohnabgaben im Rahmen der Umverteilung ein Ende haben musste. Denn eine junge Familie mit Kindern braucht das frei zur Verfügung stehende Kapital dringender als der Ätti auf der Kunst.

Somit wurde viel später im Rahmen des Kapitaldeckungsverfahrens die Pensionskasse als obligatorisch erklärt. An sich ein gutes System, dass der Arbeitnehmer für sein Alter staatlich gebunden selbst anspart. Allerdings hat dieses System auch Nachteile. Der Staat legt den Umwandlungssatz fest, der Staat legt die administrativen Auflagen dieser Institutionen fest, der Staat gebietet über die Anlagemöglichkeiten für seine Mündel. Nicht umsonst ist die Swiss Life als Rentenanstalt und grösste entsprechende Landesorganisation gleichzeitig auch der Preistreiber im Immobilienmarkt. Beobachtet man nun die verschiedensten Ideologien und Meinungen unter der Bundeshauskuppel, ist es nicht weiter verwunderlich, dass Anpassungen an das System oft Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte dauern.

Erst am Schluss bleibt dann noch die 3. Säule, also die Möglichkeit, selbst einen gegen oben beschränkten jährlichen Betrag zum Zeitpunkt des Einzahlens steuerfrei anzulegen. Entweder in ein Sparkonto, oder in spezielle Fonds, oder aber in Form einer Lebensversicherung. Die 3. Säule ist nicht obligatorisch, allerdings steht diese wie es der Name sagt auch erst an dritter Stelle, weshalb besonders einkommensschwache Bürgerinnen und Bürger nach Abzug der 1. und 2. Säulenbeiträge gar nichts mehr dafür übrig haben.

Am 24. September 2017 versenkte das Volk an der Abstimmungsurne einmal mehr eine Revision dieser AHV. Es wurde nun landauf und landab darüber spekuliert, weshalb das Volk weder die Finanzierung noch das System blindwütig stützen will. Tatsache bleibt: In den kommenden Jahren wird diese erste Säule der nationalen Umverteilung mit Milliarden überschuldet sein, Konkurs und am Boden zerstört, so wie jedes sozialistische System früher oder später endet. Eine jede Revision der Finanzierung wird scheitern, weil der Bürger bereits bei der anderen Zwangsversicherung – der Krankenkasse – unglaublich geschröpft wird, und Steuererhöhungen so beliebt sind wie beim Teufel das Weihwasser.

Zeit zur Besinnung.


Das Ziel – eine sichere Altersvorsorge
Die nachfolgende Aufzählung als Vorschläge bedingen in der Praxis natürlich eine Übergangsfrist von mehreren Jahren, wenn nicht Jahrzehnten.

  1. Abschaffung der Altersversicherung als staatliche Zwangsversicherung mit beschränkten Leistungen.
  2. Abschaffung der Pensionskasse unter den staatlichen-politischen Fittichen.
  3. Ausbau der dritten Säule als zukünftige, gerechte Altersvorsorge, kombiniert mit einem Einzahlungszwang als Kompromiss an die Vormundschaftsgläubigen des Staates.

Heute betragen die gesamten Lohnleistungen für die Säulen 1 und 2 je nach Alter und Versicherung zwischen 16 – 21% (es gibt auch Werte darüber oder darunter). Der grössere Anteil bezahlt der Arbeitgeber in die verschiedenen Kassen ein, wobei diese Kosten den „Total Annual Compensation“ verbucht werden, also den Kosten die jedem Arbeitnehmers zugerechnet werden. Diese Beiträge werden grundsätzlich jedem Arbeitnehmer in Abzug gebracht. Die Idee ist nun, dass der als Kompromiss artikulierte „Einzahlungszwang“ auch in Zukunft diese Höhe (16 – 21%) erreichen soll.

Der Ausbau dieser „dritten Säule“ als neue, individuelle Altersfinanzierung bedeutet in der Praxis im Ansatz das nachfolgende:

Der Arbeitnehmer nennt beim Stellenantritt eine Bank seiner Wahl, bei welcher ein Alterskonto mit Sperrfunktion eingerichtet wird. Ein bestehendes und entsprechendes Konto kann übernommen werden, so dass der Arbeitnehmer in der Zeit seines Erwerbslebens mindestens ein solches Konto besitzt. Stirbt ein Erwerbstätiger vor oder während seiner Pensionierung, dann wird der Wertbestand an die Erben zugunsten der eigenen Vorsorge verteilt. Fehlen solche Erben, dann fliesst der Bestand an einen Fonds zur Deckung von allfälligen Härtefällen.

Das sich dort äufnende Kapital kann nun unter dem Willen des Besitzers entweder als Sparkonto oder aber auch als Investitionskonto eingesetzt werden. Also ähnlich wie es die Pensionskassen heute tun. Einfach mit dem grossen Vorteil, dass es zur Verwaltung keine grossen und teuren, stellvertretenden Verwaltungsapparate gibt.
Als Investitionsmöglichkeiten würde eine Vielzahl an Angeboten zur Verfügung stehen. Beispielsweise ein Investment in Staatsanleihen, den Betrieb eines Wertschriftendepots wie es heute auch in der Dritten Säule möglich ist, oder aber ein Investment in eigene vier Wände, welche aber – im Sinne eines Kompromisses – an gewisse Auflagen gebunden wäre. Diese Liste ist nicht abschliessend.

Der Zeitpunkt der Pensionierung wählt der Arbeitnehmer grundsätzlich selbst, die einen schon mit 58, die anderen erst mit 80, je nachdem wie es mit der Arbeit aussieht. Mit liberaler Betrachtung könnte auch der Bezug des Gesamtkapitals in Erwägung gezogen werden. Andere Meinungen werden sich wohl dahingehend äussern, dass ein frischer Rentner sein Geld in thailändischen Bordellen verlocht, um als Unterstützungspflichtiger dann am Sozialtropf hängt. Auch hier könnten Kompromisse gefunden werden. Zum Beispiel dass das Kapital dann im Sinne einer monatlichen Rente ausbezahlt wird, wobei natürlich die Anlagemöglichkeiten bestehen bleiben. Besonders bei Wohneigentum ohne Eigenmietwert ein interessanter Aspekt.

Die Sozialisten werden sich daran stören, dass ein Einkommensmillionär so die bedeutend grössere Rente erwirtschaften kann als der Hilfsarbeiter. Dem kann aber entgegen gehalten werden, dass der Hilfsarbeiter zeitlebens einen tieferen Lebensstandard pflegte, und somit diese Standards bei allen Arbeitnehmern angepasst weiterlaufen können.

Der mit der AHV wegfallende Teil der Hinterlassenenversicherung fällt in der Praxis nicht weg, denn diese Versicherung könnte privatrechtlich so wie auch eine Arbeitslosen- oder Invalidenversicherung abgeschlossen werden, ähnlich wie bei einer Haftpflichtversicherung.

Wer also während eines Arbeitslebens im Durchschnitt pro Jahr 70‘000 Franken als Total Annual Compensation vergütet bekommt, der legt während diesen 45 Jahren CHF 630‘000 auf die Seite, welches dank einer Anlagestrategie auch auf 1,2 Millionen ansteigen könnte. Verbleiben dem Rentner dann noch 25 Lebensjahre, beträgt seine monatliche Rente zwischen 2‘100 bis 4‘000 Franken. Einzig die „ewigen Studenten“ wären bestraft, welche auf ihrem Selbstfindungstrip ein Kunststudium an das andere hängen, um dann erst mit 30 Jahren einem brotlosen Erwerb nachzugehen. Doch diesen meist linken Damen und Herren bleibt es immer freigestellt, ihrem erbärmlichen Leben eine Leistungskomponente einzuhauchen. Und die Faulen unter uns, welche nie einer Erwerbstätigkeit nachgehen, werden ohnehin zeitlebens vom Sozialstaat durchgefüttert. Doch das ist ein anderes Thema.

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