Kanton Zürich setzt auf massvolle Begrenzung des Pendlerabzuges

Mit der Annahme der FABI-Vorlage (Finanzierung und Ausbau der Eisenbahninfrastruktur) im Jahre 2014 und der damit verbundenen Schaffung eines Bahninfrastrukturfonds (BIF) hat der Bundesrat bei der direkten Bundessteuer für Arbeitswegkostenabzüge einen Höchstbetrag von 3000 Franken festgelegt. Auf kantonaler Ebene konnten Steuerpflichtige weiterhin unbegrenzte Pendlerabzüge geltend machen. Dies will der Kanton Zürich nun ändern. Am 24. September 2017 entscheiden wir über eine Begrenzung des Pendlerabzugs auf maximal 5000 Franken pro Jahr. Einerseits kann der Kanton Zürich mit den Mehreinnahmen die jährlichen Mehrkosten von 120 Millionen Franken in den BIF etwas ausgleichen. Andrerseits ist eine Begrenzung raumplanerisch und umweltpolitisch sinnvoll.

Bisher können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Fahrkosten zwischen Wohn- und Arbeitsort vollumfänglich von den steuerbaren Einkünften abziehen. Grundsätzlich sind Abonnementskosten für den öffentlichen Verkehr oder das Fahrrad abzugsfähig, da sie als notwendig angesehen werden. In Ausnahmefällen sind auch Arbeitswegkosten mit dem privaten Fahrzeug abzugsberechtigt. Dazu gibt es Bestimmungen wie zum Beispiel: Haltestelle mehr als 1 Kilometer entfernt, Arbeitsbeginn oder Arbeitsende ausserhalb öV Fahrzeiten, wegen Krankheit oder Gebrechlichkeit nicht in der Lage öV zu nutzen oder eine tägliche Zeitersparnis von über 1 Stunde mit Privatfahrzeug. Um dem Trend zu immer längeren Arbeitswegen entgegen zu wirken, kann eine Beschränkung des Abzuges den Anreiz schmälern, Auto oder Motorrad zu benutzen. Dadurch wird ein wichtiger Beitrag für die Umwelt geleistet. Für Steuerpflichtige wird sich die vorgeschlagene Beschränkung dann auswirken, wenn sie täglich mehr als 30 Kilometer Arbeitsweg mit dem Privatfahrzeug zurücklegen. Im Vergleich mit Nachbarkantonen ist eine Begrenzung des Pendlerabzuges auf 5000 Franken ein guter Wert.

Natürlich wurde intensiv diskutiert, den Pendlerabzug analog der Bundesvorlage auf 3000 Franken festzulegen. Im relativ grossen Kanton Zürich hätte ein tieferer Höchstbetrag jedoch vor allem starke Auswirkungen gehabt auf Arbeitnehmende die in Randregionen leben oder auf Personen die im Schichtbetrieb arbeiten und auf das Auto angewiesen sind oder auf Menschen mit Handicap. Für diese Menschen wären die steuerlichen Mehrkosten eine zusätzliche Belastung gewesen. Mit dem vorgelegten Kompromiss werden auch die öV Benutzerinnen und Benutzer nicht benachteiligt. Für sie bleiben die gesamten Abonnementskosten der 2. Klasse abzugsberechtigt. Betroffen werden mit der Steuervorlage rund 80‘000 Pendler, die täglich mehr als 30 Kilometer mit dem Auto zurücklegen. Sie werden künftig nicht mehr bis zu 10‘000 Franken und mehr von den Steuern abziehen können, sondern nur noch 5000 Franken maximal. Damit werden Pendler über lange Distanzen zwar benachteiligt – aber die Umwelt wird es uns sicher danken. Darum ein klares JA am 24. September 2017.

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